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Wie stellt die EZB die Weichen?

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich Mitte des Monats dazu entschieden, den Leitzins im Euroraum unverändert bei 1,0 Prozent zu belassen, obwohl die Inflationsrate in der Eurozone im Dezember 2010 bereits einen Wert von 2,2 Prozent erreichte. Dieser liegt über dem von der EZB festgelegten Zielwert von 2,0 Prozent, der als Richtgröße für eine langfristige Preisstabilität festgelegt wurde, und wurde maßgeblich durch steigende Energie- und Rohstoffpreise beeinflusst. Jean-Claude Trichet, Präsident der EZB, deutete darauf hin an, die Inflationsentwicklung weiterhin kritisch zu beobachten und, sollte sich diese auf hohem Niveau verfestigen, auch über eine Leitzinserhöhung nachzudenken.

Was könnte also aktuell zu einem weiteren Inflationsdruck führen?

Über die gesamte Europäische Union betrachtet sind dies zum einen die bereits angesprochenen Preissteigerungen für Energie und Rohstoffe sowie Nahrungsmittel und zum anderen die weiterhin lockere Geldpolitik. Gerade letztere ist vor dem Hintergrund der Banken- und Finanzkrise angeschlagener Staaten der EU nach wie vor notwendig, um Liquidität zu sichern und das Vertrauen des internationalen Finanzmarktes in den Euro zu stärken.
Auf der Ebene einzelner wirtschaftlich prosperierender Länder der EU zeichnet sich zudem ein Inflationsdruck durch steigende Verbraucherpreise oder mögliche Lohnsteigerungen ab. Beispielsweise in Deutschland – im Moment wirtschaftliche Lokomotive der EU mit einem Wachstum von 3,6 Prozent dank eines stark anziehenden Exports – kletterten die Großhandelspreise im Jahr 2010 auf Jahressicht um 5,9 Prozent; wobei der Zuwachs dabei im Dezember mit 9,5 Prozent besonders stark war. Die nächsten Monate werden zeigen, in wie weit es dem Großhandel gelingen wird, die Preise an die Verbraucher weiterzuleiten.
Nach Jahren der Lohnzurückhaltung ist es zudem wahrscheinlich, dass in Deutschland signifikante Lohnsteigerungen durchgesetzt werden könnten; einige Großunternehmen haben bereits Sonderprämien für das abgelaufene Geschäftsjahr gezahlt bzw. Lohnsteigerungen vorgezogen.

Obwohl inflationäre Tendenzen, die eine Leitzinserhöhung notwendig erscheinen lassen, nicht zu übersehen sind, steckt die EZB in einem Dilemma: Erhöht sie den Leitzins zu schnell oder zu stark, würde sie die wirtschaftliche Entwicklung in EU-Ländern mit geringem Wirtschaftswachstum eindämmen und zudem die Refinanzierungskosten in hoch verschuldeten Ländern der Gemeinschaft weiter in die Höhe treiben.

Wie ist die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen vor dem Hintergrund zu bewerten?

Es ist davon auszugehen, dass Tiefststände bei Zinssätzen, wie sie im September 2010 erreicht wurden, auf absehbare Zeit nicht mehr erreicht werden. Da vielmehr zu erwarten ist, dass sich der Zinsmarkt kurzfristig seitwärts und längerfristig weiter aufwärts entwickeln wird, sollten Finanzierungsvorhaben aktiv angegangen werden. Gerade in zwei bis drei Jahren anstehende Umschuldungen können noch immer zu historisch günstigen Zinsen durch ein Forward-Darlehen abgesichert werden. Welche Möglichkeiten es speziell für Ihr Vorhaben gibt, erörtert gerne einer unserer Baufinanzierungsspezialisten im Rahmen Ihrer Finanzierungsanfrage.

Tendenz
Kurzfristig: seitwärts
Langfristig: steigend

Experten-Kommentar zur Zinsentwicklung

Die Dr. Klein-Experten kommentieren regelmäßig die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen in Deutschland. Zusätzlich geben Sie eine eigene Prognose für die in Zukunft erwartete Zinsentwicklung ab.

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