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Konträre Zinspolitik in Europa und den USA

In den sich wechselseitig verstärkenden Fehlentwicklungen auf verschiedenen Gebieten ist die Hartnäckigkeit der aktuellen Krise begründet. Neben der seit Monaten thematisierten Finanzkrise sind wir aktuell mit einer Krise der Staatsfinanzen und einer Strukturkrise konfrontiert. Letztere zeigt sich insbesondere in den unterschiedlichen Wettbewerbsfähigkeit der Länder des Euroraums. Durch konsequente Reformen gilt es nun, diesen Fehlentwicklungen entgegenzutreten.

Die geldpolitische Strategie der Europäischen Zentralbank (EZB) hat sich in diesem Zusammenhang bewährt. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik, hin zu höheren Inflationsraten, wird es mit der EZB mit Sicherheit nicht geben. Um die wirtschaftlichen Ungleichgewichte in Europa weiter abzubauen sind aber zusätzlich eine stringente Regulierung des Finanzsektors, eine regelgebundene Fiskalpolitik und eine besser koordinierte Wirtschaftspolitik notwendig.

Die steigenden Zinsen am Geldmarkt sorgten in der vergangenen Woche für eine für die meisten Experten überraschend große Nachfrage der Banken nach billigeren Krediten der EZB. In erster Linie dürfte hierfür der zuletzt gestiegene Marktzins verantwortlich sein.

Das geldpolitische Verhalten der EZB steht aber nach wie vor auf dem Prüfstand. Der Leitzins der EZB steht seit Mai 2009 auf dem tiefsten Stand aller Zeiten. Dadurch wurde die Wirtschaft mit ausreichendem Geld versorgt. Zusätzlich hatte die EZB die Liquiditätsversorgung des Finanzsystems ausgeweitet. Ein Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik steht für Anfang 2011 wieder auf der Tagesordnung. Es mehren sich die Stimmen, die einen restriktiveren geldpolitischen Kurs fordern.

Das lahmende Wachstum und die weiterhin hohen Arbeitslosenzahlen in den USA sind der Grund für eine komplett andere Geldpolitik der US-Notenbank (FED). Mit ihren Konjunkturspritzen versucht sie, die US-Wirtschaft zu stimulieren. Das bereits in den letzten Tagen intensiv diskutierte Programm ist nun, mit der Zusage von weiteren 600 Mrd. US-Dollar, sehr umfangreich ausgefallen.

Außerhalb der USA wird die Strategie der FED, die Notenpresse kräftig laufen zu lassen, mit Argwohn betrachtet. Durch die geldpolitische Lockerung sieht die chinesische Notenbank Gefahren aufziehen. Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle sprach kürzlich von „einer leichtfertigen Geldpolitik“. Er äußerte seine Bedenken, dass diese dem Handel und damit der Weltwirtschaft schaden könnte.

In der vergangenen Woche sind die Zinsen teilweise sehr deutlich gestiegen. Große, renommierte Anbieter haben ihre Zinsen um bis zu 0,35 Prozent erhöht. Für eine durchschnittliche Finanzierung macht das über 15 Jahre eine Mehrbelastung von ca. Euro 8.000,00 aus. Wir sehen noch keinen Grund zur Panik, raten aber aktuelle Finanzierungsvorhaben nicht weiter aufzuschieben. Aus heutiger Sicht sind immer noch lange Sollzinsbindungen zu empfehlen. Ein Zinsänderungsrisiko können Sie dadurch deutlich minimieren bzw. mit so genannten Volltilgerdarlehen komplett ausschließen. Die Tilgung sollte mindest 2 Prozent betragen, um das Darlehen in ca. 28 Jahren zurückzuführen. Unsere Baufinanzierungsspezialisten beraten Sie gern unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Wünsche und Möglichkeit

Tendenz:

Kurzfristig: schwankend
Langfristig: steigend

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Die Dr. Klein-Experten kommentieren regelmäßig die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen in Deutschland. Zusätzlich geben Sie eine eigene Prognose für die in Zukunft erwartete Zinsentwicklung ab.

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