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Aktueller Dr. Klein Zinskommentar vom 27.07.2010

Unterschiedliche Aussichten in Europa und den USA

In der letzten Woche wurden die Ergebnisse der europaweiten Stresstests veröffentlicht. Mit diesen Stresstests wurde untersucht, wie stark eine Bank negative Marktentwicklungen oder Konjunktureinbrüche treffen würden. Im Vorfeld wurde viel über das Thema diskutiert, weil lange die Kriterien der Stressszenarien nicht feststanden. Die EZB hat die Veröffentlichung der Ergebnisse des Tests begrüßt und betont, dass die Stresstests streng und umfangreich waren. Die Widerstandsfähigkeit der Bankensysteme in der EU und im Euro-Raum sei damit bestätigt. Die Transparenz des Bankensektors wird sich durch die Veröffentlichung der Ergebnisse erheblich verbessern. Die Tests wurden durchgeführt, nachdem einigen Banken zum Teil sehr große Mengen öffentlichen Geldes zugeflossen waren.

Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist mit den Ergebnissen der 14 teilnehmenden deutschen Banken sehr zufrieden. Die staatseigene Hypo Real Estate (HRE) hat den Test zwar nicht bestanden, aber dabei wurden die eingeleiteten Neustrukturierungen auch nicht berücksichtigt. Deshalb ist das Resultat nach Ansicht von Schäuble ein Sonderfall. Die Postbank und die NordLB haben nur knapp bestanden.

Von vielen Experten wird der Test positiv bewertet, wobei die Ergebnisse niemanden wirklich überrascht haben. Nach Einschätzung von etlichen Ökonomen ist der Test ein weiterer Schritt zu mehr Transparenz und damit zu mehr Vertrauen bei Banken und Bürgern.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet verlangt in einem letzte Woche veröffentlichten Beitrag „eine glaubhafte Strategie zur Konsolidierung der Finanzen“. Nachhaltig solide Grundlagen verbindet er mit einer Kürzung öffentlicher Ausgaben und höheren Steuern. Angesichts der robusten Erholung sieht er keine Gefahr, dass durch den Sparkurs die Wirtschaft erneut in eine Rezession abgleiten könnte.

Ganz anders stellt sich die Situation in den USA dar. Ben Bernanke, der Präsident der Federal Reserve (Fed) bezeichnet den wirtschaftlichen Ausblick als „ungewöhnlich unsicher“. Seit einiger Zeit mehren sich die Signale, dass das US-Wachstum wieder nachlässt. Die Arbeitslosigkeit bleibt sehr hoch, sie belastet vor allem den Konsum und den Häusermarkt. Die Fed stehe nach Aussagen Bernankes bereit, der Wirtschaft notfalls unter die Arme zu greifen. Hierfür stehen ihm unterschiedliche Optionen zur Verfügung.

An unserer Einschätzung, lange Sollzinsbindungen zu wählen, halten wir nach wie vor fest. Das historisch niedrige Zinsniveau sollte sich jeder Interessent für den Großteil seines Finanzbedarfes sichern. Die durch die niedrigen Zinsen ersparten Beträge sollten Sie für eine höhere Tilgung (mindestens 2,0 Prozent) verwenden. Andernfalls können sich durch den geringen Vorteil der annuitätischen Tilgung Gesamtlauflaufzeiten von über 40 Jahren ergeben. Einen zusätzlichen Tilgungskick können Sie durch die Beimischung von variablen Darlehensmitteln erreichen, die noch einmal deutlich niedriger verzinst werden. Hier sollten Sie den Zinsvorteil unbedingt als zusätzliche Tilgung verwenden, um das Risiko steigender Zinsen für diesen Darlehensteil so gering wie möglich zu halten. Unserer Experten beraten Sie hierbei gern persönlich und finden mit Ihnen die beste Kombination.

Tendenz
Kurzfristig: gleichbleibend
Langfristig: steigend

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