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Unsicherheiten in Europa drücken erneut Baufinanzierungszinsen

Lübeck, 15. Mai 2012 – Der Zinskommentar von Dr. Klein

Erneuter Rückgang deutscher Baufinanzierungszinsen

Nach einer Seitwärtsbewegung von Mitte bis Ende April ist es seit ca. 14 Tagen erneut zu einem Rückgang deutscher Baufinanzierungszinsen um ca. 0,20 Prozentpunkte gekommen. Folgende zwei Ereignisse mit überdurchschnittlicher Bedeutung führten dazu, dass Investoren wieder verstärkt in die als krisenfest geltenden, deutschen Bundesanleihen flüchteten und infolgedessen die Zinsen sanken.



Zinspolitik im europäischen Kontext

Wahlen in Griechenland: Die bisherigen Regierungsparteien verzeichneten deutliche Verluste. Frustriert von der wirtschaftlichen Entwicklung und den Sparprogrammen gaben viele griechischen Bürger der linksradikalen Partei Syriza ihre Stimme. Der Vorsitzende dieser Partei hält nach wie vor an seiner im Vorwege angekündigten Absicht fest, die zwischen Griechenland und der Europäischen Union / dem Internationalen Währungsfonds ausgehandelten Sparprogramme für nichtig zu erklären. Dieses sind allerdings Bedingungen für weitere Hilfszahlungen an das Land. Die ergebnislosen Verhandlungen aller Parteien der letzten Woche lassen vermuten, dass keine Mehrheit für eine Regierung gefunden wird und Neuwahlen damit unausweichlich sind. Sollte dann tatsächlich eine Mehrheit an die Macht kommen, die Verträge zu den Hilfszahlungen annulliert, ist ein mögliches Szenario, dass Griechenland die Eurozone verlassen wird. Gedankenspiele hierzu waren vor kurzem zum ersten Mal sogar aus Kreisen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu hören.  

Wahlen in Frankreich: Der Sozialist Francois Hollande ist neuer Präsident Frankreichs. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Nicolas Sarkozy, der stets den von der deutschen Bundeskanzlerin vertretenen, strikten Sparkurs für Europa unterstützt hat, möchte Hollande den von allen europäischen Staaten Ende 2011 ausgehandelten Fiskalpakt noch einmal nachverhandeln und nach eigenen Angaben um eine Wachstumspakt ergänzen. Der Fiskalpakt sieht z. B. eine Obergrenzen für die Staatsschulden vor sowie automatische Sanktionen, wenn Länder diese Obergrenzen nicht einhalten. Investoren befürchten jedoch, dass im Rahmen einer Nachverhandlung die Schuldenkriterien aufgeweicht werden könnten und zudem verstärkt versucht wird, auf die Unabhängigkeit der EZB Einfluss auszuüben. Hollande vertritt z. B. die These, dass die EZB nicht nur dem Kampf gegen Inflation verpflichtet sei, sondern auch für Beschäftigung und Wachstum sorgen müsse.

Mario Draghi, Präsident der EZB ist inzwischen zwar auch der Ansicht, dass die europäischen Sparbemühungen alleine nicht ausreichen und um einen Wachstumsplan ergänzt werden müssen, sieht dies jedoch eindeutig als Aufgabe der Politik und nicht der EZB. Mit der Finanzspritze über eine Billion Euro an europäische Banken in den letzten Monaten und der Beibehaltung der Niedrigzinspolitik habe die EZB die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen.

An dieser Niedrigzinspolitik soll übrigens auch festgehalten werden, obwohl die Inflationsrate im europäischen Raum nach wie vor über der langfristigen Zielmarke der EZB von 2 Prozent liegt. Die EZB ist dabei noch immer mit dem Dilemma konfrontiert, dass die wirtschaftliche Entwicklung in den Ländern der Eurozone so unterschiedlich ist. Für Länder mit schwachem Wirtschaftswachstum ist ein weiterhin niedriger Leitzins genau das richtige, in Deutschland müsste der Leitzins eher bei 2,5 Prozent anstatt bei 1 Prozent liegen, um aufkommende Inflationstendenzen (überdurchschnittlich anziehende Immobilienpreise in diversen Regionen oder starke Tariferhöhungen und daraus ggf. resultierende Zweitrundeneffekte) rechtzeitig einzudämmen. So verkündete letzte Woche die Bundesbank, dass sie in den nächsten Jahren für Deutschland mit Inflationsraten über der Grenze von 2 Prozent rechnet. Das Schreckgespenst einer Hyperinflation, das einige Medien daraufhin sofort malten, ist jedoch überzogen.

Wir raten Kunden, die vor der Überlegung stehen, eine Immobilie zur Eigennutzung oder zur Vermietung erwerben zu wollen, nichts aufgrund von Inflationsangst zu überstürzen. Wir gehen in den nächsten Monaten weiterhin davon aus, dass die Baufinanzierungskonditionen nach wie vor attraktiv bleiben. Überlegtes Vorgehen beim Erwerb der richtigen Immobilie in Kombination mit einer individuell auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenen Finanzierung (z. B. in Form von langfristigen Zinsbindungen, um sich gegen zukünftige Zinsänderungsrisiken abzusichern) sind wichtig, da es sich für die meisten Kunden um eine Entscheidung für die nächsten Jahrzehnte handelt. Zur Ermittlung der optimalen Finanzierung stehen Ihnen die Dr. Klein Berater gerne zur Verfügung.

 

Tendenz:

Kurzfristig: seitwärts schwankend
Langfristig: steigend

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Über den Zinskommentar von Dr. Klein (ZiKo)

Die Dr. Klein-Experten kommentieren regelmäßig die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen in Deutschland. Zusätzlich geben Sie eine eigene Prognose für die in Zukunft erwartete Zinsentwicklung ab.

Pressekontakt

Anna Commentz
Leiterin PR & Presse
Tel.: +49 (0) 451/ 1408 - 7245 
Mail: presse@drklein.de

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Die kundenorientierte Beratungskompetenz und die langjährigen, vertrauensvollen Beziehungen zu allen namhaften Kredit- und Versicherungsinstituten sichern den Kunden von Dr. Klein stets den einfachsten Zugang zu den besten Finanzdienstleistungen. Dafür wurde das Unternehmen 2014 und 2015 u.a. von Springer-Fachmedien als „vorbildlicher Finanzvertrieb“ und von dem DISQ und n-tv zum dritten Mal in Folge mit dem „Deutschen Fairnesspreis“ ausgezeichnet. Dr. Klein ist eine 100%-ige Tochter des an der Frankfurter Börse im SDAX gelisteten technologiebasierten Finanzdienstleisters Hypoport AG.

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