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Europäische Zentralbank – Retterin der Europäischen Union?

Lübeck, 15. März 2012 – Der Zinskommentar von Dr. Klein

Griechenland, das größte Sorgenkind der Eurozone

Nach wochenlangem Zittern konnte Griechenland den drohenden Staatsbankrott verhindern: Über 85 Prozent der privaten Gläubiger stimmten einem Schuldenschnitt von 53,5 Prozent zu. Griechenland werden damit auf einmal über 100 Mrd. Euro Schulden erlassen. Noch vor wenigen Jahren wäre es nicht vorstellbar gewesen, dass ein westliches Industrieland – zumal noch ein Mitglied der Europäischen Union – Anleihen nicht zurückzahlen kann. Der Verlust der Gläubiger liegt dabei noch höher als es der Schuldenschnitt vermuten lässt, da alle Schuldtitel in Papiere mit geringeren Zinsen und ein Drittel in Anleihen mit langer Laufzeit (bis zu 30 Jahre) getauscht werden. In Folge des Kapitalschnitts werden deutsche Banken knapp 14 Mrd. Euro abschreiben müssen. Ob dieser Schuldenschnitt Griechenland nachhaltig helfen wird, die Krise zu meistern, ist noch unklar. Oberste Aufgabe von Griechenland, der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds muss es nun sein, die griechische Wirtschaft wieder anzukurbeln.

An den Finanzmärkten kam es nach dem Schuldenschnitt zu keinen Verwerfungen: der Aktienmarkt zeigte sich robust, der Euro gewann leicht zum Dollar und die Zinsen tendierten uneinheitlich auf nach wie vor niedrigem Niveau.

Dass es aktuell zu keinen größeren Turbulenzen gekommen ist, dürfte der Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) der letzten Monate und Wochen geschuldet sein: Ende Dezember stellte die EZB den europäischen Banken Kredite für drei Jahre in Höhe von 490 Mrd. Euro zu einem Zinssatz von einem Prozent zur Verfügung. Als Folge erhöhten sich zum einen die Übernachteinlagen der Banken bei der EZB rapide, da sich die Banken untereinander aufgrund des mangelnden Vertrauens in die Zahlungsfähigkeit des jeweils anderen immer noch keine größeren Summen ausleihen. Zum anderen schnellte die Nachfrage nach Aktien und hochrentierlichen Anleihen in die Höhe. Aus diesem Grund stiegen die Anleihekurse von wirtschaftlich bedeutenden Ländern wie z.B. Italien und Spanien und im Gegenzug sanken die Renditen. Anfang März vor dem beschlossenen Schuldenschnitt Griechenlands legte die EZB erneut ein umfassendes Kreditprogramm auf: zu gleichen Bedingungen wie Ende letzten Jahres liehen sich europäische Banken die sagenhafte Summe von 530 Mrd. Euro. Der Präsident der EZB, Mario Draghi, bekräftigte, dass die EZB ihren Teil zur Lösung der Staatsschulenkrise nun beigesteuert habe und die Politik in den nächsten Jahren mit weiteren strukturellen Sparmaßnahmen gefordert sei.

Die EZB hat durch ihre Maßnahmen zur Beruhigung des Bankensystems beigetragen und eine Kreditklemme der Wirtschaft verhindert. Eine mögliche Nebenwirkung kann jedoch sein, dass sich längerfristig inflationäre Tendenzen herausbilden: Sollte das verliehene Kapital nicht mehr bei der EZB angelegt, sondern an den Kapitalmärkten investiert werden, besteht die Gefahr, dass sich Preisblasen (wie z.B. auf dem amerikanischen Immobilienmarkt vor dem Zusammenbruch 2008) bilden. Die EZB machte auf ihrer letzten Sitzung klar, dass sie das Inflationsziel von 2 Prozent nachhaltig weiterverfolgen wird. Da sie selbst mit einer durchschnittlichen Inflation von 2,4 Prozent für die Eurozone in 2012 rechnet, dürfte eine Senkung des Leitzinses in den nächsten Monaten nicht realistisch sein.

Gerade wegen der unsicheren Zeiten investierten die Anleger nach wie vor stark in deutschen Anleihen. Deshalb bewegten sich die Baugeldzinsen in Deutschland leicht schwankend seitwärts und sanken sogar noch weiter in den letzten Wochen. Wir erwarten weiterhin eine Seitwärtsbewegung unter Schwankungen von 10-20 Basispunkten bei den Zinsen in den nächsten Wochen. Unsere Empfehlung für unsere Kunden lautet nach wie vor, sich die Konditionen für einen möglichst langen Zeitraum (20 oder mehr Jahre) in Kombination mit einer höheren Anfangstilgung (mindestens 1,5 – 2 Prozent) zu sichern. Dadurch müssen sich Finanzierer um die Belastung aus einer Anschlussfinanzierung keine Sorgen machen, da die Restschuld schon signifikant verringert wurde. Fragen Sie einen unserer kompetenten Berater – wir helfen Ihnen, die optimale Finanzierung für Ihr persönliches Vorhaben zu finden.

Tendenz:

Kurzfristig: seitwärts schwankend
Langfristig: seitwärts

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Über den Zinskommentar von Dr. Klein (ZiKo)

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Anna Commentz
Leiterin PR & Presse
Tel.: +49 (0) 451/ 1408 - 7245 
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