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Kontinuität der deutschen Bundesbank?

Die Politik und Finanzwelt wurde vor kurzem von Axel Weber, Präsident der Bundesbank, überrascht, der mitteilte, seinen Posten zu Ende April dieses Jahres ruhen zu lassen. Weber gilt als Zentralbanker, der konsequent auf das Ziel der Preisstabilität bedacht ist und dieses auch offen gegenüber seinen europäischen Amtskollegen vertritt. So stellte er sich als Mitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) im Rahmen der Euro-Verschuldungskrise gegen den Plan, Staatsanleihen finanziell schwacher, europäischer Länder durch die EZB aufzukaufen und warnte stattdessen vor schwer zu prognostizierenden Inflationsrisiken. Mit seinem designierten Nachfolger, Jens Weidemann, tritt nun ein erst 42-jähriger jedoch beruflich erfahrener Ökonom seine Nachfolge an. Als enger Mitarbeiter der Bundeskanzlerin verantwortete er unter anderem die Vorbereitung von G-8 und G-20 Treffen der Staats- und Regierungschefs und war gerade in jüngster Zeit maßgeblich in die Ausarbeitung der Krisenrettungs-Pläne im Rahmen der europäischen Finanz- und Wirtschaftkrise eingebunden. Es bleibt abzuwarten, wie schnell sich der neue Bundesbankpräsident, der bereits einmal als Abteilungsleiter für Geldpolitik und monetäre Analyse bei der Bundesbank tätig war, in seiner neuen Aufgabe gegenüber der Politik profilieren kann und mit welcher Deutlichkeit dann auch das Thema Geldwertstabilität auf europäischer Ebene weiterverfolgt wird.

Apropos Geldwertstabilität: Während Jean-Claude Trichet (Chef der EZB) Ende Januar noch keine nachhaltigen Inflationsgefahren sah, deutete das EZB-Mitglied Bini-Smaghi letzte Woche vielleicht schon die Zinswende an: „ Da die Wirtschaft sich schrittweise erholt und der Inflationsdruck steigt, muss die geldpolitische Lockerung überprüft und möglicherweise korrigiert werden.“ Zu der Entwicklung der Rohstoffpreise stellte er weiterhin fest, dass diese ebenfalls einen unvermeidbaren Einfluss hätte, die EZB die Inflationserwartung kontrollieren müsse und dass man dazu bereit wäre – falls nötig – auch vorbeugende Maßnahmen zu treffen.

Ein zusätzlicher Anstieg des Ölpreises – neben anziehender wirtschaftlicher Entwicklung weltweit – ist seit kurzem der Entwicklung in einigen arabischen und nordafrikanischen Staaten geschuldet: Zum einen produzieren einige Staaten selbst Öl zum anderen sind manche Anrainer-Staaten am Suezkanal, einem der wichtigsten Seewege für die westliche Welt. Unruhen oder gar Bürgerkriege hätten weiter steigende Ölpreise bzw. erhöhte Frachtkosten auf Grund längerer Seewege zur Folge.

Ungeachtet aller europäischen und weltwirtschaftlichen Ereignisse entwickelt sich die Stimmung im deutschen Unternehmenssektor dynamisch. Der Ifo-Geschäftsklimaindex verbesserte sich im Februar erneut und erreichte wieder einen Rekordwert seit der Wiedervereinigung.

Auf europäischer Ebene bleibt abzuwarten, ob Portugal – entgegen eigenen Aussagen – EU-Hilfe in Anspruch nehmen und unter den Rettungsschirm schlüpfen muss. Die nächsten Anleihe-Auktionen von Portugal stehen zwar erst in der ersten und zweiten Märzwoche an, schon jetzt ist allerdings zu beobachten, dass die Renditeaufschläge z.B. gegenüber Bundesanleihen wieder signifikant ansteigen. Auf Grund der vielschichtigen, marktbewegenden Themen gehen wir in den nächsten Wochen von überdurchschnittlich stark schwankenden Entwicklungen auf dem Zinsmarkt aus. Finanzierungskunden sollten vorübergehende Rückgänge konsequent nutzen, um Finanzierungen langfristig mit einer Tilgung von mindestens 2 Prozent abzuschließen. Eine 15-jährige Zinsbindung ist derzeit 0,40 Prozentpunkte teurer als eine 10-jährige Zinsbindung. Obwohl dies auf den ersten Blick deutlich teuer erscheint, kann sich der Finanzierungskunde weitere fünf Jahre Zinssicherheit erkaufen. Sollten die Zinsen in zehn Jahren noch einmal deutlich günstiger sein, steht darüber hinaus einer Umschuldung auf Grund des gesetzlichen Sonderkündigungsrechts nichts im Wege. Welche Zinsbindung die geeignete ist, erörtert gerne einer unserer Baufinanzierungsberater. Bitte sprechen Sie uns an.

Tendenz

Kurzfirstig: seitwärts

Langfristig: aufwärts

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