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Aktueller Zinskommentar vom 13.01.2010

Der nächste Kandidat wackelt

Auf dem letzten EU-Gipfel vor Weihnachten hat sich die Deutsche Bundesregierung mit ihrer ablehnenden Haltung zu den Euro-Bonds durchgesetzt. Die unbegrenzte Haftung deutscher Steuerzahler für fiskalpolitische Entscheidungen anderer Länder, ohne die Chance diese zu beeinflussen, ist damit vorerst vom Tisch. Mit der Einführung dieser Euro-Bonds würde sich der Charakter der Währungsunion grundlegend ändern. Leider wurden auf dem EU-Gipfel nur die großen Linien für das weitere Vorgehen festgelegt, Details wurden offen gelassen. So ist nicht klar, wie der ab 2013 geplante Stabilitätsmechanismus umgesetzt werden soll.

Als nächster Kandidat wird wohl das schwer angeschlagene Portugal nach Griechenland und Irland im Kampf gegen die Ausbreitung der Euro-Schuldenkrise die Töpfe der Europäischen Union (EU) und des internationalen Währungsfonds (IWF) anzapfen. Anders als Privatkunden, die ihre Kredite zurückzahlen und damit schuldenfrei sind, nehmen Staaten neue Schulden auf, um alte Verbindlichkeiten zurückzuzahlen. Ist aber niemand mehr bereit, die von solchen Staaten begebenen Anleihen zu kaufen, stehen diese vor der Pleite. In dieser Phase befindet sich vermutlich gerade Portugal. Der Preis 10-jähriger portugiesischer Staatsanleihen liegt derzeit etwa 4 Prozent über denen deutscher. Diese Kosten wird Portugal auf Dauer nicht tragen können. Unter Einbeziehung der Europäischen Zentralbank (EZB) und mit einem angemessenen Druck auf diese Staaten, energische Sparmaßnahmen umzusetzen, kann deren nötige Solvenz wieder hergestellt werden. Um zu verhindern, dass die Gemeinschaftswährung auf lange Sicht unter diesen Umständen leidet, muss die Architektur der Währungsunion jedoch grundlegend geändert werden. Die Verantwortlichen in der Europäischen Union müssen sich schnell um eine Reform bemühen, um eine weitere Krise zu vermeiden.

Der Chef der US-Notenbank (Fed) Ben Bernanke stellte kürzlich fest, dass die US-Wirtschaft wieder in Schwung käme, die Erholung aber noch nicht ausreiche. Die Arbeitslosenquote ist deutlich gesunken und inzwischen auf einem so niedrigen Niveau, wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Leider stellt sich die Lage aber nicht so positiv dar. Mit lediglich 103.000 neuen Jobs im Dezember bekamen deutlich weniger Menschen eine neue Chance als von vielen Experten erwartet. Mit diesem Tempo wird sich die Arbeitslosenquote nicht signifikant reduzieren. Um zu einem normalen Niveau zurückzukehren, könnten somit noch vier bis fünf Jahre vergehen. Allgemein wird davon ausgegangen, dass die Fed von ihrer aktuellen Zinspolitik erst abrückt, wenn die Arbeitslosenquote unter neun Prozent gesunken ist.

Die aktuellen Schuldenkrisen in weiten Teilen Europas und den USA sind einer der Gründe für die Zinsentwicklung der letzten Monate. Die Notenbanken unterstützen durch unterschiedliche Maßnahmen die angeschlagenen Volkswirtschaften. Da klar ist, dass die Notenbanken nicht auf Dauer die Staatsdefizite finanzieren können, steigen die Preise für langlaufende Anleihen. Dies wirkt sich direkt auf die Finanzierungskosten in Deutschland aus. Die Zinsen steigen. Unter Berücksichtigung historischer Werte sind aber heute besonders noch lange Zinsbindungen interessant. Wir empfehlen nicht, auf Zinsschwankungen zu spekulieren. Die Vorteile des niedrigen Zinsniveaus sollten unbedingt für eine höhere Tilgung verwendet werden. Denn nur so ist sichergestellt, dass zum Ende der Sollzinsbindung kein bösen Überraschungen folgen. Wer seine Sollzinsbindung über die gesamte Laufzeit des Darlehens bindet, umgeht solche Risiken völlig. Welche Kombination für Sie die Beste ist, analysieren unsere Baufinanzierungsspezialisten gerne persönlich mit Ihnen. Sprechen Sie uns einfach an!

Tendenz
Kurzfristig: seitwärts
Langfristig: steigend

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Die Dr. Klein-Experten kommentieren regelmäßig die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen in Deutschland. Zusätzlich geben Sie eine eigene Prognose für die in Zukunft erwartete Zinsentwicklung ab.

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