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EZB bleibt bei Krisenmaßnahmen - Leitzins auf historisch niedrigem Niveau

Lübeck, 16. April 2012 – Der Zinskommentar von Dr. Klein

Kein Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik

Wenig überraschend hat die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch vorletzter Woche noch keinen Ausstieg ihrer expansiven Geldpolitik signalisiert und den Leitzins unverändert bei 1,0 Prozent belassen. EZB-Chef Mario Draghi hält die Diskussion über eine Strategie zum Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik für verfrüht. Auf die Spekulationen ob, wann und unter welchen Bedingungen er aus der Politik des billigen Geldes aussteigen will, ist der Italiener nicht eingegangen, da er die Konjunkturaussichten in Europa immer noch kritisch einschätzt. 

Zinskommentar April 2012

  

Perspektiven für Baufinanzierer

Die bisherigen Finanzspritzen in Höhe von einer Billion Euro im Dezember und im März, mit denen sich die Banken mit Geld zu sehr günstigen Konditionen für den langen Zeitraum von drei Jahren versorgen konnten, hatten sich zunächst positiv auf die Finanzmärkte ausgewirkt: Die Zinsen italienischer und spanischer Staatsanleihen sanken merklich und die Aktienkurse explodierten geradezu. Diese Tendenzen setzen sich allerdings aktuell in Spanien nicht fort: für Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt wurden Anfang April wieder höhere Renditen gefordert, so dass die Refinanzierungskosten des Landes erneut gestiegen sind. In den früheren Hochzinsländern ist deshalb das Nachziehen der versäumten Strukturreformen zur Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit und zur Konjunkturbelebung zwingend erforderlich, um langfristig Stabilität zu schaffen.

Der EZB-Chef zeigt sich in einer ersten Bilanz mit der Liquiditätsspritze zufrieden, da diese eine Kreditklemme verhindert und den Staaten durch den Langfristtender Zeit zu Reformen verschafft hätten. Den Banken rät er erzielte Gewinne einzubehalten, um ihr Eigenkapital zu stärken. Allerdings muss abgewartet werden, wie sich die geldpolitischen Maßnahmen langfristig auswirken. Deshalb wird in den kommenden Wochen und Monaten nicht mit einer Kursänderung der EZB zu rechnen sein und der Leitzins wird voraussichtlich noch lange Zeit auf diesem Niveau verharren – höchstwahrscheinlich noch ein ganzes Jahr.

Der eingeschlagene Weg zur Bekämpfung der Schuldenkrise birgt aber die Gefahr einer Inflation in Deutschland. Die EZB sieht im Moment trotzdem keinerlei Handlungsbedarf in Sachen Geldwertstabilität, da der Anstieg der Teuerungsrate in den letzten Monaten vor allen Dingen durch den starken Anstieg von Rohstoffpreisen getrieben wurde. Der EZB-Chef erwartet über den für die Geldpolitik relevanten Zeithorizont den Einklang von Preisentwicklung und Preisstabilität. Andere Töne schlägt dagegen der Bundesbankpräsident Weidmann an. Er fordert einen Ausstieg aus den Krisenprogrammen, da seiner Ansicht nach diese neben einer Inflationsgefahr außerdem das Risiko des Verlusts der Unabhängigkeit der Notenbank bergen. Die Tendenz einer Überhitzung auf dem deutschen Immobilienmarkt, insbesondere in den Ballungszentren, wird von anderen Experten mit Besorgnis betrachtet.

Sollten sich inflationäre Tendenzen in der Eurozone verstärken, werde die Notenbank – falls erforderlich – „zeitnah“ auf diese reagieren, sagte Mario Draghi. Des Weiteren erwartet er weiterhin ein moderates Wachstum, das durch die Weltwirtschaft und die niedrigen Zinsen gestützt wird.

Es ist deshalb zu erwarten, dass die Leitzinsen zunächst tief bleiben und eine Rückkehr zu den klassischen EZB-Instrumenten zur Abschöpfung von Liquidität, wie längerfristige Einlagen oder die Ausgabe von Schuldverschreibungen, so schnell noch nicht erfolgen wird. Die Rendite von sicheren deutschen Staatsanleihen wird weiterhin interessant bleiben, was auch die langfristigen Kapitalmarktzinsen und damit auch die Baugeldkonditionen in Deutschland auf tiefem Niveau hält.

Die Perspektiven für Baufinanzierer bleiben also gut. Auch in den nächsten Wochen und Monaten kann mit sehr attraktiven Zinsen gerechnet werden. Auf lange Sicht ist allerdings zu erwarten, dass anziehende Inflationsraten die Kosten für langfristige Laufzeiten steigen lassen. Die Herausforderung wird darin bestehen, den richtigen Zeitpunkt für den Abschluss zu finden. Aufgrund des langfristigen Charakters von Immobilienfinanzierungen sollte Planungssicherheit im Vordergrund stehen. Wir empfehlen deshalb weiterhin sehr lange Laufzeiten mit einer hohen Anfangstilgung oder direkt Volltilgerdarlehen abzuschließen. Unsere kompetenten Berater unterstützen Sie gerne bei der optimalen Finanzierung für Ihr persönliches Vorhaben!

Tendenz:

Kurzfristig: seitwärts schwankend
Langfristig: steigend

Zinskommentar Archiv

Über den Zinskommentar von Dr. Klein (ZiKo)

Die Dr. Klein-Experten kommentieren regelmäßig die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen in Deutschland. Zusätzlich geben Sie eine eigene Prognose für die in Zukunft erwartete Zinsentwicklung ab.

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Anna Commentz
Leiterin PR & Presse
Tel.: +49 (0) 451/ 1408 - 7245 
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