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Newsletter 2013 - Februar

Versicherungsnehmer aufgepasst: Diese Pflichten müssen Sie erfüllen

Versicherungsnehmer aufgepasst: Diese Pflichten müssen Sie erfüllen

Schließen Sie eine Versicherung ab, möchten Sie, dass Ihnen im Ernstfall schnell und unbürokratisch geholfen wird. Was aber viele Versicherte vergessen: Um diesen Schutz nicht zu verlieren, müssen Sie auch Pflichten erfüllen – im Versicherungsdeutsch Obliegenheiten genannt. Erfüllen Sie diese Pflichten nicht, riskieren Sie Ihren Versicherungsschutz. Die Folge: Ihre Sachversicherung kann die finanzielle Leistung kürzen oder sogar verweigern. Erfahren Sie, welche Pflichten an Sie gestellt werden und wie Sie sich im Schadenfall am besten verhalten.

Allgemine Pflichten für jeden Versicherungsnehmer

Wahrheits- und Meldepflicht
Pflichten, die im Versicherungsvertragsgesetz geregelt sind, gelten für alle Versicherungen. Demnach müssen bereits vor Abschluss der Versicherung Regeln beachtet werden. So erwarten die Versicherer, dass alle im Versicherungsantrag gestellten Fragen wahrheitsgemäß beantwortet werden. Auch eine vorübergehende Gefahrenerhöhung müssen Sie Ihrem Versicherer melden, da sich damit das Risiko eines Schadenfalls erhöht. Steht beispielsweise Ihre Immobilie vorübergehend leer, erhöht sich die Gefahr eines Einbruchs. Ähnliches gilt, wenn Sie Ihr Eigenheim sanieren lassen und dazu Baugerüste an der Hausfassade angebracht werden.

Anzeigepflicht
Ist der Schaden bereits eingetreten, ist es Ihre Pflicht, den Schaden unverzüglich, das heißt sobald Sie von ihm Kenntnis nehmen, bei Ihrer Versicherung anzuzeigen. Die meisten Versicherungen räumen hierfür eine Frist von einer Woche ein. Um auf der sicheren Seite zu sein, melden Sie sich am besten erst einmal telefonisch bei der Versicherungsgesellschaft und reichen dann spätestens nach 7 Tagen eine schriftliche Schadensmeldung nach. Lassen Sie außerdem den Schaden so wie er ist, damit der Versicherer ihn vollständig aufnehmen kann. Müssen Sie das Schadensbild ändern, etwa weil die Straße nach einem Verkehrsunfall geräumt werden muss, dokumentieren Sie dies durch Fotos. So kann sich der Versicherer später ein umfangreiches Bild über den Schaden machen. Teilen Sie Ihrer Versicherung außerdem wahrheitsgemäß mit, welche Dinge beschädigt oder gestohlen wurden.

Schadenminderungs- und Aufklärungspflicht
Gleichzeitig sind Sie aber auch verpflichtet, den Schaden zu begrenzen. Befolgen Sie deshalb unbedingt die Weisungen Ihres Versicherers. Im Rahmen Ihrer Aufklärungspflicht sind Sie außerdem angehalten, alles zu tun, um bei der Aufklärung des Schadens mitzuhelfen. Dazu gehört, dass Sie Ihrem Versicherer die Ursache und den Umfang des Schadens mitteilen, ihm alle beschädigten oder gestohlenen Sachen auflisten und auf Verlangen schriftliche Belege zur Verfügung zu stellen.

Ihre Pflichten im Schadenfall

Damit Sie im Schadenfall nicht auf Ihren Kosten sitzenbleiben, sollten Sie die Obliegenheiten Ihrer Versicherung genau kennen. Hier lohnt sich ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Die Versicherungsgesellschaft führt hier noch einmal genau auf, welche Pflichten Sie erfüllen müssen. So ist es beispielsweise bei der Kfz-Versicherung wichtig, sich bei einem Verkehrsunfall nicht vom Unfallort zu entfernen. Auch bei kleinen Bagatellschäden muss eine angemessene Zeit gewartet werden. Diese hängt von der Größe des Schadens ab und reicht von mindestens 30 Minuten bis mehreren Stunden. Ist der Besitzer des geschädigten Wagens bis dahin nicht aufgetaucht, melden Sie den Unfall am besten der Polizei. Entfernen Sie sich dagegen unerlaubt vom Unfallort, müssen Sie nicht nur mit dem vollständigen Verlust Ihres Versicherungsschutzes, sondern auch mit einer polizeilichen Strafe rechnen.

Auch bei einer Hausratversicherung oder der Gebäudeversicherung prüfen die Versicherungen, ob Sie sich im Schadenfall korrekt verhalten haben. Wurden beispielsweise bei einem Sturm die Fenster Ihres Hauses beschädigt, müssen Sie die zerbrochenen Fenster so sichern, dass keine Diebe oder Vandalen einsteigen können. Wurden Sparbücher oder Kreditkarten gestohlen, gilt es, diese unverzüglich zu sperren. Übrigens: Steht Ihre Wohnung länger als 60 Tage leer, müssen Sie Ihre Hausratversicherung darüber informieren.

Im Rahmen der Privathaftpflicht ist es von großer Wichtigkeit, dass Sie kein Schuldanerkenntnis abgeben – auch wenn Sie vielleicht Ihrer Meinung nach den Schaden eindeutig verursacht haben. Der Haftpflichtversicherer möchte selbst prüfen, ob Sie wirklich die Schuld an dem Schaden tragen. Leisten Sie außerdem keine Zahlungen, ohne vorher mit Ihrem Versicherer zu sprechen.

Sie sind unsicher, wie Sie sich im Schadenfall verhalten sollen? Dann informieren Sie sich in unserem Ratgeber Sachversicherung über das richtige Verhalten im Schadenfall. Auch unsere Spezialisten für Versicherungen helfen Ihnen gern weiter. Ist der Schadenfall bereits eingetreten, rufen Sie am besten unverzüglich Ihre Versicherung an und befolgen Sie deren Anweisungen.

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