Tag der Versicherung

Tag der Versicherung: Diesen Schutz braucht (wohl) kein Mensch

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Heute (28. Juni) ist der „Tag der Versicherung“. Versicherungen sind wichtig, das ist klar. Wir alle haben mindestens eine: die Krankenversicherung. Doch es gibt in der teils undurchdringlichen Welt der Assekuranz auch so manche Produkte, die an Absonderlichkeit kaum zu übertreffen sind, wie unsere Top 5 der absurdesten Versicherungen zeigt.

„Was zum Henker haben die sich denn dabei gedacht“, murmelte ich schmunzelnd in der Hausgemacht-Redaktion vor mich hin. „Was denn“, fragte meine Kollegin Betti gleich und lachte kurz, als sie sah, dass ich meinen Kopf schüttelnd und fassungslos in meine Hände legte. Versicherer sind hin und wieder nämlich gar nicht so spröde und staubtrocken, wie ihr Ruf es ihnen anträgt. Sie haben tatsächlich Humor. Und das zeigt sich in wirklich einzigartigen, vermutlich zum Teil nicht ganz so ernst gemeinten, Versicherungsprodukten.

Platz 5: Die Faschings-Versicherung

Der Versicherungsvertreter SituatiVE vermittelt auf seinem Online-Portal eine Versicherung gegen Schäden, die beim Fasching, an Fastnacht oder Karneval entstehen können. Im Prinzip handelt es sich um eine private Unfallversicherung. Sie kann für einen oder mehrere Tage abgeschlossen werden und kostet rund 6 Euro für 24 Stunden Schutz. Unter anderem leistet die Versicherung bei Unfällen auf der An- oder Abreise, zahlt die Kosten für kosmetische Operationen nach Unfällen oder erstattet die Kosten für Ersatzdokumente, sollte man seinen Ausweis verlieren.

Und das Beste, weil aus dem echten Leben gegriffen: Auch Unfälle unter dem Einfluss von Alkohol sind versichert. Es sei denn, man setzt sich alkoholisiert hinters Steuer. Greift man zu härteren Drogen (wovon wir euch absolut abraten) und hat deshalb einen Unfall, ist man nicht versichert.

Platz 4: Bei Zwillingsgeburten nicht verzagen

Die britische Versicherungsgesellschaft B. Portwood & Co hat eine Versicherung gegen Mehrlingsgeburten im Portfolio. Sich gegen Zwillinge absichern, klingt in der Tat zunächst gruselig. Nicht, dass ihr jetzt denkt, dass die Versicherung im Fall der Fälle Abtreibungskosten übernimmt. „Gegen Mehrlingsgeburten“ drückt es vermutlich einfach nur sehr schlecht aus. Die Versicherung springt nämlich mit bis zu 5.000 Britischen Pfund ein, um unvorhergesehene Mehrausgaben der Eltern zu deckeln. Schon etwas skurril, aber unterm Strich eine ganz nette Idee, finden wir.

Platz 3: Der Golfer-Schutzbrief mit Partygarantie

Die Hansemerkur hat scheinbar ein Herz für den Golfsport. Denn der Golfer-Schutzbrief für knapp 77 Euro Jahresbeitrag zahlt nicht nur bei gestohlener Ausrüstung oder wenn der Golfer aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht am Turnier teilnehmen kann. Nein, diese Versicherung schmeißt auch die eine oder andere Saalrunde, sollte ein versicherter Golfer ein „Hole-in-one“ spielen. Die Clubleitung muss das Hole-in-one bestätigen und der Versicherer stellt 1.000 Euro für die anschließende Party zur Verfügung.

Platz 2: Beam me back to Earth, Scotty… please

Wer kennt das nicht? Man joggt auf einen Freitagabend gedankenlos durch den Park. Plötzlich erstrahlt über einem ein grelles Licht. Ganz benommen von der Helligkeit des Lichts merkt man nicht, dass man plötzlich vom Boden gehoben und in ein Raumschiff gesogen wird. Ihr kennt das nicht? Tja, selbst schuld, wenn ihr für einen solchen Fall keine Alien Versicherung habt. Die „Alien Abduction Insurance“ (Alien Entführungs-Versicherung) zahlt bei einem persönlichen Angriff von Außerirdischen 10 Millionen US-Dollar Schadenersatz. Das Geld soll als Ausgleich für die medizinischen Untersuchungen nach der Entführung und für sarkastische Kommentare durch die Familie sein. Kann der Entführte seine Entführung beweisen und wurde sogar nachweislich mit einem Alien (zwangs-)verheiratet, bekommt er die doppelte Summe Schadenersatz.

Und das Ganze für nicht einmal 20 US-Dollar! Was für ein Schnäppchen. Doch nicht jeder ist für den Besitz dieser Police geeignet. Voraussetzung für den Abschluss der Versicherung ist ein umfassender Fragenkatalog aus genau drei Fragen. Diese lauten:

  1. Haben Sie einen Sinn für Humor?
  2. Nehmen Sie diese Versicherung ernst?
  3. Waren Ihre Eltern miteinander verwandt, bevor sie geheiratet haben?

Wenn ihr mehr als eine Frage mit „Ja“ beantwortet, bekommt ihr diese, zugegebenermaßen nicht wirklich ernst gemeinte, Versicherung leider nicht.

Platz 1: Weltuntergang im Anmarsch? Also jetzt reicht’s aber…

Bereits als die Maya prophezeiten, die Welt werde am 21. Dezember 2012 untergehen, sprang ein Finanzmagazin in den glühend heißen See aus Versicherungslava und brachte die erste „Weltuntergangsversicherung“ auf den Markt. Das nenne ich „den Finger am Puls der Zeit haben“. Da die langersehnte Apokalypse aber leider leider ausblieb – also zumindest bisher – gab es auch keine Schadenfälle.

Doch obwohl das Portal die (Scherz-)Police am 22. Dezember 2012 wieder einstellte, halten andere Anbieter daran fest. Und das ist auch gut so. Denn sowohl in Serien als auch in Filmen und Büchern wird deutlich: der Untergang ist nah! Und wenn so viele findige Buch- und Drehbuchautoren darüber schreiben, muss etwas dran sein, ganz klar.

Um nach dem Tag des Jüngsten Gerichts, nach dem Kampf gegen die fünf apokalyptischen Reiter und Satan höchstpersönlich, sein Leben wieder ordnen zu können, leistet die Weltuntergangsversicherung Schadenersatz für „familiäre oder finanzielle Verluste, die durch einen Weltuntergang verursacht werden“. Auch bei Verlust von Privateigentum kann man sich auf diesen Versicherer verlassen.

Tag der Versicherung: Weltuntergangsversicherung
Für den ultimativen Neustart: Die Weltuntergangsversicherung kommt für Schäden durch weltzerstörerische Naturkatastrophen oder kosmische Ereignisse auf. Natürlich alles mit einem Augenzwinkern.

Voraussetzung für eine Leistung ist die komplette Vernichtung des Planeten Erde oder die „vollständige Auslöschung der Menschheit, bedingt durch eine Naturkatastrophe, ein kosmisches Ereignis (wie z.B. Kollision eines anderen Planeten, durch einen Meteor, etc.) oder die Einwirkung einer Gottheit bzw. ein anderes höheres Wesen.“ Also irgendwas zwischen einem Roland-Emmerich- und einem Marvel-Film. Ich hoffe, dieser Versicherer verfügt über eine verlässliche, apokalypsensichere Schadenhotline.

Sollte die Naturkatastrophe nicht ansatzweise die ganze Erde zerstören oder täuscht der Versicherte die Apokalypse lediglich vor, zahlt die Versicherung natürlich nicht.

Fazit

Ja ja, es gibt in der Tat Versicherungen, die man nicht wirklich braucht. Drei dieser fünf Versicherungen gibt es übrigens wirklich. Die zwei anderen befassen sich ironisch mit dem Versicherungswahn, sich gegen alle, aber auch wirklich alle Eventualitäten absichern zu müssen. Ihr dürft euch den Kopf darüber zermartern, welche welche sind, denn ich werde das jetzt nicht aufklären. Das zerstört die Spannung (#cliffhanger).

Aber mal im Ernst: die richtigen Versicherungen sind wichtig. Die Krankenversicherung zum Beispiel ist nicht umsonst eine Pflichtversicherung. Es gibt einfach Dinge, die es zu schützen gilt. Dazu gehören für mich das eigene Leben, die Gesundheit und die Arbeitskraft, die Familie, die finanzielle Unabhängigkeit und das Vermögen – ob in Form von Gegenständen und Geld.


Den Durchblick behalten: Seid ihr richtig versichert?

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