KfW-Programm für den Bau energieeffizienter Gebäude ab sofort gestoppt

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Das Jahr beginnt mit unschönen Nachrichten für alle Hausbauenden. Wenn ihr einen Förderantrag bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eingereicht oder eine KfW-Förderung in eure zukünftige Baufinanzierung eingeplant habt, müsst ihr jetzt umdenken. Die Bundesregierung hat am Montag (24. Januar 2022) bekanntgegeben, die Förderung energieeffizienter Gebäude (kurz BEG) ab sofort zu stoppen. Was der Grund für die plötzliche Wende sind und wie es jetzt weiter geht, hat Redakteurin Katrin für euch zusammengetragen.

Grund für den kurzfristigen Stopp der Förderung sei die hohe Nachfrage. Erst im November 2021 gab die Vorgängerregierung bekannt, dass die KfW-Förderung für sogenannte “KfW 55-Häuser” Ende Januar ausläuft. Diese Ankündigung zog eine Flut von Förderanträgen nach sich. Das Volumen dieser Anträge sei so hoch, dass das veranschlagte Budget für das Programm bereits ausgeschöpft sei. Weiterhin kritisiert die neue Regierung, dass durch die Förderung sogenannter “KfW 55-Häuser” Steuergelder verschwendet wurden, da der Effizienzhaus 55 Standard längst bei den meisten Neubauten üblich ist. Aber nicht nur Fördermaßnahmen des KfW 55 Standards wurden ab sofort gestoppt.

Welche Förderprogramme sind noch betroffen?

Effizienzhaus 40: Auch die Förderung für das Effizienzhaus 40 wurde ausgesetzt. Bereits eingereichte Anträge können nach derzeitigem Stand nicht gefördert werden.

Effizienzhaus 55: Die Förderung der Kategorie Effizienzhaus 55 wäre ohnehin Ende Januar ausgelaufen und wurde nun vorzeitig beendet. Auch hier sind keine Fördermittel mehr vorhanden und eingereichte Anträge werden voraussichtlich erfolglos bleiben.

Energetische Sanierungen bei bestehenden Immobilien: Hier sind Paketlösungen, aber auch Einzelmaßnahmen mit Krediten und Tilgungszuschüssen betroffen und Antragsteller werden vorerst leer ausgehen.

Was heißt das konkret für alle Häuslebauer?

Noch ist unklar, wie mit bereits gestellten, aber noch nicht bewilligten Förderanträgen umgegangen wird. Laut Bundesregierung werden Möglichkeiten über gesonderte Kredite geprüft. Ihr solltet derzeit jedoch nicht mit Fördermitteln der KfW rechnen.

Für baureife Projekte sollen Hausbauende Darlehen aus anderen Fördertöpfen der KfW erhalten. Zugang sollen diejenigen erhalten, bei denen durch das Ende des Förderprogramms ein finanzieller Härtefall eingetreten ist.

Was ihr tun könnt, wenn ihr vom Förderstopp betroffen seid

Sollte der Stopp der KfW-Förderungen ein Loch in eure Planung reißen oder ihr bereits einkalkulierte Fördermittel nun anderweitig finanzieren müssen, empfehlen wir euch, euch mit eurem Spezialisten oder eurer Spezialistin für Baufinanzierung in Verbindung zu setzen. Diese können prüfen, welche Möglichkeiten ihr habt und wie ihr auf diese kurzfristige Veränderung im Rahmen eurer Baufinanzierung reagieren könnt.

Sollte euer Bau- oder Sanierungsprojekt weiter in der Zukunft liegen, könntet ihr Glück haben, dass die Neuausrichtung des Förderprogramms für euch rechtzeitig erfolgt. Wenn ihr Zeit habt, raten wir euch aktuell abzuwarten, was die kommenden Wochen bringen werden.

Wie geht es mit dem KfW-Förderprogramm weiter?

Es soll zeitnah über eine Neuausrichtung des Förderprogramms beraten werden. Derzeit sieht es danach aus, dass zukünftig vor allem energetische Sanierungsmaßnahmen stärker gefördert werden, da diese die höchste CO2-Einsparung bedeuten. Die Effizienzhaus-55-Förderung wäre jedoch jedem Fall Ende Januar ausgelaufen und wird nicht ersetzt werden.


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