ausbildung-drklein

Mein erstes Ausbildungsjahr oder “Dr. Klein… Ist das ein Zahnarzt?”

Artikel teilen
Lesezeit: 4 Minuten

„Hier findet man keine Anzugträger oder festgefahrene Strukturen.” So heißt es in unseren Stellenanzeigen. Das kann ja erstmal jeder von sich behaupten. Aber wie sieht das eigentlich unser „Nachwuchs“? Diandra hat im August 2019 ihre Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement angefangen. Als Gastautorin erzählt sie euch von ihren ersten Eindrücken und gibt Einblicke in ihren Arbeitsalltag.

diandra-moll

Ein herzliches „Moin“ an alle Hausgemacht-Leserinnen und -Leser! Ich übernehme heute die spannende Rolle der Gastautorin (puh, was für eine Verantwortung) und möchte euch mitnehmen in meinen Arbeitsalltag als Auszubildende bei Dr. Klein. Doch zuerst einmal klären wir die Frage: Wie bin ich eigentlich hierhergekommen?

Name: Diandra
Alter: 21
Bei Dr. Klein seit: 2019
Job: Auszubildende (Kauffrau für Büromanagement)
Hobbies: Zeichnen, gute Bücher, Freunde und Familie


„Ist das ein Zahnarzt?“

Stellenausschreibungen lesen. Eigentlich sieht eine aus wie die andere: „Sie benötigen Organisationstalent“, „Wir erwarten Flexibilität“ und so weiter.
Gelangweilt überfliege ich die Angebote für Ausbildungsplätze, die sich weder vom Inhalt noch der Formulierung großartig unterscheiden. Doch dann bleibe ich überrascht an einer Stellenausschreibung von Dr. Klein hängen: „Ich dachte, in Arztpraxen arbeiten nur medizinische Fachangestellte? Was ist denn das für ein Arzt?“, waren meine ersten Gedanken. Also fange ich an zu lesen – aha, Finanzdienstleistung also. Sind das nicht die berühmt-berüchtigten Anzugträger? Fast schließe ich die Anzeige schon wieder, aber warte, was ist das? Ich werde zum ersten Mal geduzt! „Bitte schicke uns keine „Sehr geehrte Damen und Herren“- Bewerbung. Das „Sie“ kannst du bei uns einfach aus deinem Wortschatz streichen.“ Klingt gut – zu schön, um wahr zu sein. Aber neugierig war ich dann doch und wollte wissen: Wie sieht’s in der Realität aus?

Nachdem ich also meine unübliche Du-Bewerbung abgeschickt hatte, ließ eine Antwort nicht lang auf sich warten: „Wir würden dich gerne bei einem ersten Telefonat kennenlernen“. Gesagt, getan: Das Gespräch diente erst einmal dazu, offene Fragen von beiden Seiten zu klären und war eine Art „Interessensabgleich“. Kurz darauf folgte dann das „richtige“ Vorstellungsgespräch. Ganze 5 Stunden dauerte der Termin insgesamt, nur zwei davon zählten zum eigentlichen Bewerbungsgespräch. Die restliche Zeit habe ich mich meinen potenziellen neuen Kollegen vorgestellt, indem ich von Büro zu Büro gelaufen bin und einfach mal „Hallo“ gesagt habe. So konnte Dr. Klein nicht nur mich kennenlernen, sondern auch ich hatte die Gelegenheit, mir einen Eindruck zu verschaffen. Und der war absolut positiv. Quasi jedes Büro hat mich mit Interesse begrüßt und sich Zeit für mich genommen. Damit war das „Beschnuppern“ aber noch nicht vorbei: Ganze drei Tage Hospitation wurden mir ebenfalls ermöglicht, um sicherzustellen, dass es von beiden Seiten passt. Da der Anfang bei Dr. Klein eine Art „Karrierewechsel“ für mich war, war ich für dieses umfangreiche Kennenlernen sehr dankbar.  Nach all den tollen Eindrücken war ich absolut sicher: Hier möchte ich arbeiten.

Von Kreisen und Rollen: Was ist eigentlich Holakratie?

Niemals hätte ich gedacht, dass der Start ins Arbeitsleben so nett sein kann. Vergesst die Floskel „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“. Hätte mir vor dem Start der Ausbildung jemand gesagt, dass ich nach nur zwei Monaten innerhalb meines Verantwortungsbereiches eigenständig Entscheidungen treffen darf – und SOLL – hätte ich wahrscheinlich herzlich gelacht. Doch genau diese Vorgehensweise wird bei Dr. Klein gelebt und hat sogar einen Namen: Holakratie. „Holakratie zielt darauf ab, Verantwortung abzugeben und die Entscheidungsfähigkeit und -geschwindigkeit der Mitarbeiter ebenso wie die Zusammenarbeit insgesamt zu erhöhen“, schreibt unser People & Organisation Team von Hypoport in einem Blog-Beitrag. Zugegebenermaßen werde ich mit meinem Start ins Arbeitsleben bei Dr. Klein ziemlich verwöhnt – schließlich habe ich starre Hierarchien ohne Innovationsfreiraum nie selbst kennengelernt. Dennoch weiß ich den Umgang der Mitarbeiter zu schätzen und bin sehr dankbar für die Möglichkeiten, die mir bei Dr. Klein geboten werden.
Denn die Erfüllung der Anforderungen in meinem Ausbildungsrahmenplan wird hier großgeschrieben. So konnte ich in meinem ersten Ausbildungsjahr bereits vier, teils sehr unterschiedliche, Abteilungen (in der Holakratie übrigens „Kreise“ genannt) kennenlernen. An dieser Stelle einmal ein großes Dankeschön an meine Ausbilderin, die ihre Rolle wirklich sehr ernst nimmt und mir nicht nur für fachliche Fragen zur Seite steht. Wobei das eigentlich auf alle Kollegen zutrifft, die ich auf meiner Reise bis hierhin kennenlernen durfte. Ich betrete jeden Tag aufs Neue gut gelaunt und motiviert das Büro – wenn auch im Moment nur virtuell – und das liegt nicht zuletzt auch am tollen Kollegium. Danke, ihr seid ein echt cooler Haufen!

Und dann kam Corona: Ausbildung aus dem Homeoffice

Am 16. März 2020 war es auch in Lübeck soweit: Lockdown. Was bedeutete das für alle Dr. Klein Mitarbeiter? Genau, Homeoffice. Ja, auch für mich als Auszubildende. Nachdem ich erst zwei Wochen zuvor in einer neuen Abteilung angefangen hatte, war ich zu Beginn besorgt darüber, wie die Ausbildung von zu Hause aus weitergehen soll. Diese Zweifel konnten aber schnell über Bord geworfen werden, denn: Im Grunde ist alles wie immer. Ich stehe in regelmäßigem Kontakt mit meinen Kollegen, erledige meine Aufgaben wie gewohnt und dank Video-Telefonie und Desktop-Sharing können die Kollegen mir nach wie vor problemlos neue Dinge zeigen und erklären. Und da ich dank der Holakratie ohnehin eigenverantwortlich arbeite, ist der Unterschied zum normalen Arbeitsalltag kaum nennenswert. Selbst das Soziale wird durch regelmäßige Pausen-Calls oder virtuellen Smalltalk ersetzt. Natürlich ist das nicht dasselbe wie ein physisches Treffen, aber es ist immerhin eine gute Alternative.

Butter bei die Fische: Was mache ich hier überhaupt?

Wobei wir bei der Frage wären: Was mache ich eigentlich den ganzen Tag? Nun, das kommt natürlich ganz auf die Abteilung an, in der ich gerade tätig bin. Von Dingen wie Dokumentenprüfung, Warenbestellung und das Bearbeiten von Anfragen, die in einer Kaufmannsausbildung quasi die Basics sind, bis hin zu Besichtigungsterminen für potenzielle neue Filialen in Berlin und anschließendes Anfertigen einer Entwurfsskizze für die Räumlichkeiten sowie das Schreiben eines Beitrages für den Unternehmensblog (wow, ich mache das hier gerade wirklich) war bisher alles dabei. Wie ihr euch bis hierhin sicher denken konntet: Meine aktuelle Ausbildungsstation ist die Unternehmenskommunikation. Es ist meine zweite Woche hier und ich bin gespannt, welche Aufgaben mich hier noch erwarten werden.

Eine Sache kann ich aber schonmal von meiner To-Do Liste streichen. Meinen ersten Blog-Beitrag verfassen: Check.


Ihr wollt auch an Bord kommen?


Artikel teilen