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Bereits Anfang März hatte Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), die nun vollzogene Erhöhung des Europäischen Leitzinses in Aussicht gestellt. Halten viele deutsche Volkswirte diesen Schritt für richtig und erwarten für die nähere Zukunft weitere Zinsschritte, sorgt man sich außerhalb Deutschlands um das Finanzsystem und die Konjunktur. Geringes Wirtschaftswachstum oder Rezession bestimmen in vielen Euro-Ländern das Geschehen. Anders ist die Situation in Deutschland. Hier entwickelt sich die Wirtschaft sehr gut. Die Leitzinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf nun 1,25 Prozent war deshalb nur ein logischer Schritt. Nennenswerte direkte Auswirkungen sind auf diese Erhöhung nicht zu erwarten. Die Märkte konnten sich bereits seit 4 Wochen auf diesen Schritt vorbereiten. Die Erhöhung war bereits im Markt eingepreist.

Die Entwicklung der letzten Monate ließ der EZB aber auch aus anderer Sicht keinen anderen Spielraum. Die Teuerung hat sich weiter beschleunigt. Im März lag die Inflation bei 2,6 Prozent und damit sehr deutlich über der von der Notenbank lang- und mittelfristig angepeilten Zielmarke von unter 2 Prozent. Aufgrund der stetig weiter steigenden Inflationsgefahr war klar, dass die EZB ihre Niedrigzinspolitik ändern musste. Als ein Treiber der Inflation werden immer wieder die steigenden Preise für Energieträger, Rohstoffe und Nahrungsmittel identifiziert. Die Unruhen in Nordafrika, die Folgen des Reaktorunfalls in Japan und die enorme Nachfrage nach Rohstoffen und Energie in den Schwellenländern sind hier nur beispielhaft als Auslöser für den globalen Anstieg der Energiepreise zu nennen. Ob und wann es im Laufe des Jahres zu weiteren Zinserhöhungen kommen wird, wurde von Herrn Trichet offen gelassen und von der weiteren inflationären Tendenz abhängig gemacht.

Eine „Normalisierung“ der Geldpolitik, wie sie Jürgen Stark, Chefvolkswirt der EZB, erst kürzlich forderte, kann aber nicht auf einen Schlag erfolgen. Die großzügige Geldversorgung der Geschäftsbanken muss noch einige Zeit andauern. Die Abhängigkeit schwacher Banken von der EZB ist derzeit noch sehr hoch.

Auch in den USA steht es nicht zum Besten. Seit Monaten pumpt die amerikanische Notenbank (Fed) Geld in den Markt. Sie kauft US-Anleihen, die sonst niemand mehr kaufen möchte. Erst kürzlich wurde durch die Fed wieder deutlich gemacht, dass sich an dieser Politik bis zur Mitte des Jahres nichts ändern wird. Die guten Arbeitsmarktzahlen lassen aber auch immer wieder Stimmen laut werden, die eine vorzeitige Beendigung des Ankaufsprogramms und sogar Zinserhöhungen für das Jahresende fordern. Die Arbeitslosenquote sank auf den niedrigsten Stand seit 2 Jahren. Die Beschäftigung stieg im März den zweiten Monat in Folge. Die Optimisten lesen daraus kräftiges und beschleunigtes Wirtschaftswachstum. Ob dieses jedoch ausreicht, um aus dem amerikanischen Schuldenproblem herauszufinden, bleibt abzuwarten und darf auch angezweifelt werden.

Mit steigenden Zinsen ist also weiter zu rechnen. Die hohe Inflation in Europa und die Situation in den USA bestimmen diesen Trend. Langfristige Zinsen werden weiter steigen. Seit dem Tief im August letzten Jahres sind die Zinsen bereits deutlich gestiegen. Im historischen Vergleich bewegen sie sich aber nach wie vor auf einem sehr günstigen Niveau. Wir empfehlen daher unseren Kunden, jetzt das aktuelle Zinsgefüge zu sichern. Lange Zinsbindungen verschaffen Ihnen eine lange Kalkulationssicherheit. An Flexibilität müssen sie dabei aber nicht sparen. Sondertilgungsrechte und die Option, den Tilgungssatz während der Zinsbindung mehrfach an die persönlichen Bedürfnisse anpassen zu können, gehören heute schon fast zum Standard einer jeder Finanzierung. Mit dem gesetzlichen Kündigungsrecht haben Sie auch die Möglichkeit, kostenfrei aus langen Zinsbindungen herauszukommen, wenn dies erforderlich sein sollte. Unsere Baufinanzierungsspezialisten erläutern Ihnen gern die Details eines für Sie passenden Finanzierungsvorschlags.

Tendenz
Kurzfristig: steigend
Mittelfristig: steigend

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