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Japan

Knapp zwei Wochen nach dem Erdbeben, dem darauf folgenden verheerenden Tsunami sowie der nach wie vor drohenden nuklearen Katastrophe des Kraftwerks in Fukushima sind die wirtschaftlichen Folgen für Japan noch nicht absehbar. Weite Teile des Küstenstreifens im Nord-Osten sind zerstört, die Infrastruktur und Produktionsanlagen stark in Mitleidenschaft gezogen und die gesamte Wirtschaft des Landes leidet z.B. unter der Rationierung der Elektrizität. Die japanische Notenbank reagierte umgehend und pumpte umgerechnet 700 Mrd. Dollar in die Märkte. Denn der Yen verteuerte sich vor dem Hintergrund der Katastrophe deutlich, da Spekulanten vermuteten, dass japanische Investoren ein Teil Ihres Auslandsvermögens ins Land zurückholen würden, um die Kosten des Wiederaufbaus abdecken zu können. Da das Risiko bestand, dass ein starker Yen die Exportchancen japanischer Unternehmen deutlich verschlechtert und die Wirtschaft somit noch weiter beeinträchtigt wird, handelten weltweit Notenbanken in einer konzertierten Aktion und intervenierten zu Gunsten eines fallenden Yen am Devisenmarkt.

Anleger flohen im Rahmen der Ereignisse aus den Aktien- und Rohstoffmärkten, frei werdende Liquidität wurde u.a. in Anleihen investiert, was die Kurse dieser ansteigen ließ. Infolgedessen sank die Rendite, was sich auch in zwischenzeitlich verbilligten Zinsen für Baugeld ablesen ließ.

Auf europäischer Ebene haben sich die Staats- und Regierungschefs dazu entschlossen, den Rettungsfonds für finanziell angeschlagene Mitgliedsstaaten deutlich auszuweiten. So soll der Umfang von 440 Mrd. Euro, von dem aktuell wegen hoher Sicherheitsleistungen nur knapp 250 Mrd. Euro ausgeschöpft werden können, auf bis zu 500 Mrd. Euro ausgeweitete werden. Zusätzlich ist geplant, dass der Rettungsfonds zukünftig auch Staatsanleihen direkt von Staaten aufkaufen darf. Im Gegenzug verpflichteten sich angeschlagen Länder wie Griechenland und Portugal erneut zu verstärkten Sparvorhaben. Finanzmarktteilnehmer hoffen, dass die Reform final am 24. / 25. März beschlossen wird, um endlich Klarheit über die zukünftige Strategie der EU zu erhalten.

Spannend bleibt vor den aktuellen Ereignissen in Japan und der aktuellen Lage in Libyen und der Region abzuwarten, ob und in welcher Höhe die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang April die Zinsen erstmals seit 2008 erhöhen wird. Vor der Krise hatte der EZB-Präsident Jean-Claude Trichet eine Zinserhöhung angedeutet, nachdem die Teuerung in der Euro-Zone im Februar auf 2,4 Prozent gestiegen ist und somit deutlich über dem Zielwert von 2 Prozent liegt. Wir gehen davon aus, dass der Finanzmarkt in den aktuellen Zinsen bereits eine Zinserhöhung eingepreist hat. Entscheidend für den weiteren Verlauf der Baugeldzinsen wird daher sein, wie die EZB die inflationären Tendenzen in der Euro-Zone mittelfristig bewertet.

Sollten Sie Ihre Finanzierung in absehbarer Zeit benötigen, empfehlen wir Ihnen, die aktuellen Konditionen kurzfristig zu sichern. Wenn Sie eine Anschlussfinanzierung in bis zu 36 Monaten planen, empfehlen wir, die schwankenden Zinsen zu nutzen, um sich ein nach wie vor historisch günstiges Zinsniveau zu sichern und nicht auf mittelfristig fallende Zinsen zu spekulieren. Unsere Baufinanzierungsspezialisten helfen Ihnen, die richtige, an Ihren persönlichen Bedürfnissen orientierte Finanzierung zu finden – sprechen Sie uns gerne an.

Kurzfristig: schwankend
Mittelfristig: steigend

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Die Dr. Klein-Experten kommentieren regelmäßig die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen in Deutschland. Zusätzlich geben Sie eine eigene Prognose für die in Zukunft erwartete Zinsentwicklung ab.

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