Newsletter 2006 - Oktober
"Die Rente ist sicher!"
Mit diesem Slogan vom ehemaligen Arbeitsminister Norbert Blühm wird heute wohl kein Politiker mehr seinen Wahlkampf aufziehen und auch die Bevölkerung glaubt inzwischen nicht mehr an eine garantierte Rente vom Staat.
Und doch hatte alles so viel versprechend vor über hundertzehn Jahren begonnen, als Otto von Bismarck am 22. Juni 1889 das Gesetz über die Invalidität- und Altersversicherung verabschiedet hatte. Das Ziel war es gewesen, jeden Arbeiter und Angestellten im Alter abzusichern. Was anfänglich lediglich als ein Zuschuss zum Lebensunterhalt gedacht war, sollte sich dann mehr und mehr zu einer stabilen Altersversorgung entwickeln – so der Wunsch der Politiker. Nachdem aber im Laufe der Jahrzehnte unzählige Reformen der Rentenversicherung vorgenommen worden sind, stellt sich heute die Frage, ob dieses Ziel von damals nicht doch etwas zu hoch gesteckt war.
Warum die staatliche Rente zum Scheitern verurteilt ist
Wie verhält es sich nun mit unserem Generationsvertrag? Als Generationsvertrag bezeichnet man eine angenommene gesellschaftliche Übereinkunft, welche die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung sichern soll. Die jeweils Erwerbstätigen zahlen mit ihren Beiträgen die Renten für die aus dem Erwerbsleben ausgeschiedenen Generationen und erwerben dabei Ansprüche auf ähnliche Leistungen der nachfolgenden Generationen an sich selbst. Der Irrglaube vieler Rentner, sich durch ihr Arbeitsleben Ansprüche auf Rücklagen geschaffen zu haben, ist somit falsch.
Die Statistiken zeichnen ein düsteres Bild. Laut dem Goethe-Institut wird sich das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern weiter zu Lasten der Erwerbstätigen verschlechtern. So kamen 2002 noch 44 Personen, die damals sechzig Jahre oder älter waren, auf 100 Personen zwischen 20 und 59 Jahren. In nur wenigen Jahrzehnten werden es dann bereits 76 Ruheständler auf 100 Personen sein – Tendenz weiter steigend. Hinzu kommt, dass die Menschen aufgrund der steigenden Lebenserwartung länger Rente beziehen werden.