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Newsletter 2009 - Juli

Warum eine Anlage in Tagesgeld jetzt lohnt

Ein Blick auf die aktuellen Tagesgeldkonditionen wirkt ernüchternd. Zahlten die Banken vor einem Jahr für Tagesgeld noch fünf Prozent Zinsen und mehr, müssen Anleger heute mit maximal drei Prozent zufrieden sein. Doch die Lage ist gar nicht so schlecht, wie es auf den ersten Blick scheint. Unter dem Strich wächst Tagesgeldvermögen derzeit sogar stärker als in der vergangenen Hochzinsphase – dank der niedrigen Inflationsrate.

Höhere Rendite trotz niedriger Zinsen

Die günstigen Konditionen vor einem Jahr entfachten eine wahre Tagesgeldeuphorie. Anleger machten förmlich Jagd auf immer bessere Angebote, und die Banken überboten sich mit spektakulären Zinsen. So zahlte die – inzwischen allerdings kollabierte – isländische Kaupthing Bank zeitweise sogar 5,65 Prozent. Doch wie so oft machte die Begeisterung blind. Kaum jemand sah, dass ein Großteil des Ertrags durch die hohe Inflationsrate von 3,3 Prozent wieder verloren ging. Der reale Zins lag deutlich unter dem Nominalzins (dem Zins ohne Berücksichtigung der Inflation). Wer für sein Tagesgeld nur den durchschnittlichen Zins von drei Prozent erhielt, hatte am Ende des Jahres sogar ein Minus von 0,3 Prozent zu verzeichnen.

Heute stellt sich die Lage genau umgekehrt dar. Von Tagesgeldzinsen über drei Prozent können Anleger nur träumen, der durchschnittliche Zins bewegt sich um die 1,45 Prozent. Dafür ist der Geldwertverfall fast kein Thema mehr: Für Juni meldete das Statistische Bundesamt eine Inflationsrate von nur 0,1 Prozent. Damit sind Nominal- und Realzins fast identisch. Von 1,45 Prozent Tagesgeldzinsen behalten Anleger 1,44 Prozent – eine deutlich bessere Quote als vor einem Jahr. Wer für sein Tagesgeld mehr als 2,45 Prozent erhält, kommt sogar auf eine höhere Realverzinsung als im Sommer 2008. Eine Anlage in Tagesgeld lohnt sich jetzt also durchaus.

Tagesgeldkonto oder Tagesgeldanleihe des Bundes?

Seit Sommer 2008 gibt die Finanzagentur des Bundes eine Tagesgeldanleihe heraus, deren Konditionen denen von Tagesgeldkonten ähneln: Der Zinssatz ist variabel, und Anleger können täglich über ihr Geld verfügen. Wird die Anleihe direkt von der Finanzagentur verwaltet, fallen keine Gebühren an. Besonderheiten: Die Mindestanlagesumme beträgt 50 Euro, der Maximalbetrag 250.000 Euro, und die Zinsen werden täglich gutgeschrieben.

Das klingt nach einer reizvollen Alternative zum Tagesgeldkonto. Doch die Tagesgeldanleihe des Bundes lohnt für Privatanleger kaum. Ihre Zinsen schwanken stark und liegen nur selten im Spitzenbereich – derzeit gibt es sogar nur bescheidene 0,2 Prozent. Wer in Tagesgeld anlegen möchte, sollte sich für ein Tagesgeldkonto entscheiden.

Sie möchten ein Tagesgeldkonto eröffnen oder zu einem Angebot mit besseren Konditionen wechseln? Lesen Sie unsere Informationen rund um das Thema Tagesgeld. Unser Vergleich hilft Ihnen, das für Sie optimale Tagesgeldkonto zu finden.