Newsletter 2008 - Oktober
Deutschland, Skandinavien, USA, Südamerika, Russland, Indien und China, Ostasien und Australien: Allen Regionen der Erde wurden schon Länder- oder Regional-Aktienfonds gewidmet. Wirklich allen? Von Afrika hat man noch nicht viel gehört. Nun gut, das ist Dritte Welt, dort hungern die Menschen und außer Sand gibt es nichts, denken viele. Weit gefehlt: Immerhin etwa 10 Prozent der weltweiten Öl- und Gasproduktion kommen aus Afrika, bei Kobalt und Diamanten sind es schon 50 Prozent und mit fast 4/5 der Platinproduktion hat Afrika schon beinahe ein Monopol. Bedeutend sind auch die Kobalt-, Uran- und Goldvorkommen.
Der im Trend liegenden Anlage in Rohstoffe und zugleich der Anlageregion Afrika kommt der neue, erst im Juli 2008 aufgelegte Aktienfond DWS Invest Africa LC (WKN DWS0QM, ISIN LU0329759764) entgegen.
Wo der Fonds investiert
Fondsmanager Jens Schleuniger von der DWS Invest pickt 50 bis 70 der interessantesten Werte aus über 1000 Gesellschaften heraus. Neben den Schwerpunkten Rohstoffe und Industrien, die knapp 50 Prozent des Anlagevolumens abbilden, wird der Focus auf den Konsum- und Dienstleistungssektor gelegt. Steigende Rohstoffexporte bei zugleich steigenden Rohstoffpreisen sorgen für mehr Wohlstand, höhere Ansprüche und wachsende Ausgaben der Verbraucher. Die Bereiche Finanzdienste, Telekommunikation, Energie und Konsumgüter spielen deshalb eine wichtige Rolle im Portfolio.
Eine besondere Risikosensibilität ist gerade in Afrika wichtig. Nicht alle Länder sind politisch und wirtschaftlich stabil. Derzeit liegen die Schwerpunkte neben Südafrika (rund 1/3 des Fondvermögens) in den Ländern Nigeria, Ägypten, Sambia, Marokko, Kenia und Ghana. Bevorzugt werden solide und wachstumsstarke Werte mit noch günstigen Kurs-Gewinn-Verhältnissen.
Kräftiges Wachstum erwartet
Mit einer geschätzten Wachstumsperspektive der nächsten drei Jahre von gut 6 Prozent p.a. liegt Afrika bei den Experten des Internationalen Währungsfonds auf Platz 2 hinter Asien. Während dort der Aktienmarkt bereits einen Boom hinter sich hat, kann der Anleger in Afrika noch echte Pionier-Investitionen tätigen. Entsprechend groß sind die Erwartungen an ein kräftiges und nachhaltiges Wachstum. Die Finanzkrise blieb auch beim DWS Invest Africa nicht ganz folgenlos. Ein Minus von rund 15 Prozent seit Auflage musste auch hier verbucht werden. Auf der anderen Seite ergibt sich vielleicht gerade dadurch ein günstiger Einstieg in dieses neue Anlagesegment.
Die Fondskosten teilen sich in eine Festgebühr von 1,75 Prozent und einer Erfolgsgebühr von 25 Prozent, bezogen auf den Teil, den die Wertentwicklung des Fonds die Benchmark S&P Africa 40 Index übertrifft. Der reguläre Ausgabeaufschlag von bis zu 5% kann wie immer durch günstige Angebote von Internetbanken und Discountbrokern umgangen werden.
Dr. Klein rät
Mit Afrika betritt der Privatanleger Neuland. Neben den enormen Chancen sollten daher auch die Risiken wie vorübergehend nachlassende Rohstoffnachfrage, politische Instabilitäten und Wechselkursschwankungen nicht aus den Augen verloren werden. Der Fonds eignet sich deshalb vor allem als Beimischung für chancenorientierte Anleger mit längerem Atem. Ein Sparplan ist bereits ab 50 Euro/Monat möglich und vermeidet starke Verluste, da Schwankungen durch den regelmäßigen Kauf ausgeglichen werden. Wer im Hinblick auf die Abgeltungssteuer eine Einmalanlage erwägt, sollte diese in mehreren Tranchen bis zum 31.12.2008 vornehmen.