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Newsletter 2010 - November

„Mein Geld ist sicher! … oder doch nicht?“ - Was d...

Die EU plant eine Vereinheitlichung der Einlagensicherung in Europa: Sollte es zur Pleite eines Instituts kommen, müssten alle Banken die Gelder bis zu einer Höhe von 100.000 Euro an ihre Kunden zurückzahlen.

Die Pläne der EU

Die Einlagensicherung aller EU-Länder vereinheitlichen: So lautet das große Ziel der Europäischen Union. Alle europäischen Banken sollten dann eine Deckungssumme von 100.000 Euro pro Kunde garantieren– egal, wie groß oder klein die Bank ist. Die Regelung soll aber nur für Termin- und Spareinlagen gelten, Zertifikate sind beispielsweise ausgeschlossen.

Kommt es zu einer Bankenpleite, müssen die Einlagen innerhalb einer Woche an den Kunden zurückgezahlt werden. Liegt das Ersparte bei einer ausländischen Bank, springt der deutsche Einlagensicherungsfonds ein, so dass das angelegte Geld schnell an den Sparer ausgezahlt werden kann.

So sicher ist Ihr Geld in Deutschland und im Ausland

Einlagen auf Sparbücher und -briefen sowie Tages- und Festgeldkonten sind momentan EU-weit bis zu einer Höhe von 50.000 Euro geschützt. Bei Geldanlagen über dieser Summe springt in Deutschland der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken ein, der pro Kundeneinlage bis zu 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank absichert.

Ein Beispiel: Verfügt die Bank über Eigenkapital in Höhe von 100 Millionen Euro, ist das Vermögen jedes einzelnen Anlegers mit bis zu 30 Millionen Euro abgesichert. Sparkassen, Landesbanken und Genossenschaftsbanken unterliegen einem eigenen Sicherungssystem. Dieser schützt nicht nur die Gelder auf Sparbüchern und -briefen oder Tages- und Festgeldkonten, sondern auch die Schuldverschreibungen und Zertifikate zu 100 Prozent.

Wer aktuell mehr als 50.000 Euro im Ausland anlegt, sollte die dortigen Sicherungssysteme beachten. Denn auch dort gibt es Einlagensicherungsfonds und -einrichtungen. Doch diese weichen von den deutschen Regeln ab und sind ihnen meist unterlegen.

So sind beispielsweise Einlagen in den Niederlanden oder in Österreich bis zu 100.000 Euro geschützt, während der britische Einlagensicherungsfonds zum Beispiel Schutz für nur maximal 50.000 Euro garantiert.

Die Folgen der geplanten EU-Reform für die deutschen Sparer

Die Pläne der EU zur Einlagensicherung haben Vor- und Nachteile für den deutschen Sparer. Positiv zu erwähnen ist die schnelle Rückzahlung der Einlage. Bisher mussten Sparer im Falle einer Pleite bis zu drei Monate auf ihr angelegtes Geld warten. Auch die verbindliche Ausweitung der Sicherung auf 100.000 Euro in allen EU-Ländern ist ein Fortschritt, konnte doch bisher jedes Land seine Einlagensicherung selbst festlegen.

Was bedeutet das aber für die deutsche Einlagensicherung? Diese beträgt per Gesetz zurzeit 50.000 Euro, und wird im Zuge der EG-Richtline Anfang nächsten Jahres auf 100.000 Euro steigen.

Mit der Einlagensicherung von 100.000 Euro wären über 96% aller deutschen Spareinlagen gesichert. Dennoch legte die Bundesregierung Anfang Oktober (erfolglos) gegen das Gesetz in Brüssel Widerspruch ein. Für Deutschland bedeutet die Verdoppelung der Einlagensicherung, dass zusätzliches Kapital bereit gestellt werden muss. Zudem sollen die Notreserven bis 2022 von aktuell 19 Milliarden auf 150 Milliarden Euro aufgestockt werden.

Kommunale Sparkassen und Genossenschaftsbanken warben bisher mit ihrer unbegrenzten Einlagensicherung. Für Kunden versprach diese bisher 100% Sicherheit – egal wie hoch die Geldanlage war. An dieser sogenannten Institutssicherung wollen die Sparkassen und Genossenschaftsbanken natürlich gerne festhalten.

Brüssel argumentiert jedoch, dass die Einlagensicherung der deutschen Sparkassen lediglich auf dem Papier bestünde und die Kunden bei einem Zusammenbruch des Kreditinstituts keinen Anspruch auf die volle Rückerstattung hätten.

Würden sich Sparkassen und Genossenschafsbanken von Ihrer Institutssicherung verabschieden, bedeutet das für die Sparer, dass die Anlagen nun nicht mehr unbegrenzt sondern nur bis 100.000 Euro durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt sind.

Die Institute können sich jedoch auch dafür entscheiden, die Institutssicherung beizubehalten. Sie müssten dann in beide Töpfe einzahlen –die Kosten dafür trägt schlussendlich der Kunde.

Einlagensicherung bleibt wichtig

Eine Einigung zur EU-weiten Einlagensicherung wird es erst 2011 geben, so dass mit einer Umsetzung der neuen Richtlinien frühestens in 2012 zu rechnen ist. Bis dahin bleibt offen, ob es überhaupt zu einer Harmonisierung der über 40 verschiedenen Sicherungssysteme kommt oder ob es noch Änderungen an den Plänen der Europäischen Union geben wird. Eine Umsetzung ist also noch völlig offen. Für Sie bedeutet das: Achten Sie auch weiterhin auf die Einlagensicherung Ihrer gewählten Bank. In unserem Tagesgeldvergleich können Sie auf einen Blick sehen, wie hoch Ihr Geld bei der jeweiligen Bank abgesichert ist.

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