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Newsletter 2009 - April

Bad Bank

Eine „Bad Bank“ soll geschaffen werden, um die deutsche Finanzindustrie zu retten: so hat es die Bundesregierung entschieden. Aber ist das wirklich die Lösung des Problems? Lesen Sie, was dahinter steckt.

Inkasso-Unternehmen Bad Bank

Wenn aufgenommene Kredite von den Kreditnehmern nicht mehr zurückgezahlt oder Wertpapiere wertlos werden, schwächt dies die Bilanz einer Bank. Eine Bad Bank soll diese negativen Vermögenswerte sammeln und dadurch den Banken die Verlustrisiken abnehmen. Die so entlasteten Banken könnten sich refinanzieren und  schneller das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen, so die Vision der Bad Bank.

Wie funktioniert das? Problematische Kreditforderungen der zu sanierenden Bank werden an die Bad Bank abgetreten. Die Bad Bank übernimmt dafür das Risiko höherer Verluste und befreit die Bank somit von der Haftung. Ziel ist es, Vergleiche mit den Schuldnern zu schließen und dadurch vielleicht doch noch einen Teil des Geldes zurückzubekommen.

Um diese Risiken tragen zu können, muss die Bad Bank von außen entsprechendes Kapital zugeführt bekommen. Dies kann zum Beispiel über eine Staatsbürgschaft erfolgen. Eine andere Möglichkeit wären viele kleine Bad Banks, beispielsweise als Tochtergesellschaften der einzelnen Kreditinstitute.

Eine Alternative zur Bad Bank ist der bereits bestehende Rettungsfonds der Bundesregierung: der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin). Allerdings würde dieser die betroffenen Kredite und Wertpapiere nur für drei Jahre übernehmen – danach müssten die Banken ihre Papiere wieder zurücknehmen. Da damit auch eventuelle Verluste wieder mit übernommen werden müssten, stößt diese Lösung bei den meisten Banken auf wenig Gegenliebe.

Eine Lösung auf Steuerzahlerkosten?

Nun ist auch Finanzminister Peer Steinbrück überzeugt: Eine Bad Bank muss her. Bis Mitte Mai entwickelt eine Arbeitsgruppe ein Konzept, das entsprechende Gesetz soll noch vor der Sommerpause kommen. Durch die schnelle Lösung könnten eventuell schon im dritten Quartal Banken ihre Risikopapiere auslagern.

Die Bad Bank soll den Steuerzahler nicht belasten, so der Plan von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.  Ob das wirklich so umgesetzt werden kann, ist derzeit noch nicht abzusehen. Fakt ist: Wird die Bad Bank mit Hilfe von Staatsmitteln geschaffen, bleiben die Kosten im Zweifelsfall am Steuerzahler hängen. Offen bleibt indessen die Frage, ob eine solche Bank wirklich wieder zu mehr Vertrauen in die Banken und zur Stabilität am Markt führen wird. Vielleicht ist mit der Schaffung einer Good Bank mehr gewonnen – einer Bank mit positiven Vermögenswerten, die das Vertrauen von Sparer und Investoren genießt.