Newsletter 2010 - März
„Go East“ lautet die Devise dieses Regionalfonds der Commerzbank-Fondstochter Cominvest mit dem etwas überlangen Namen Cominvest Fund Eastern European Emerging Markets Equity P, hier kurz Cominvest Eastern genannt (WKN 987339, ISIN LU081500794). Der Fonds bietet sich vor allem für Anlageinteressenten an, die nicht in die derzeit beliebten BRIC-Fonds (Brasilien, Russland, Indien, China) investieren wollen, sondern auf das Aufschließen Osteuropas und der Türkei an Europäische Union setzen. Ein weiterer Vorteil dürfte sein, dass sich das Management auf eine abgegrenzte Region konzentrieren kann, während bei Welt- oder BRIC-Fonds sicher immer die Gefahr der „Verzettelung“ in doch allzu verschiedene Wirtschaftsregionen besteht.
Wo der Fonds investiert
Der Fonds gehört zu den mittelgroßen Regionalfonds: Derzeit werden rund 280 Millionen Euro Anlagegelder verwaltet. Der Länderschwerpunkt liegt derzeit mit fast drei Vierteln des Anlagevolumens eindeutig in der russischen Föderation und der Türkei. Andere osteuropäische Staaten wie Ungarn, Tschechien, Polen, Estland usw. sind demnach untergewichtet, was im Hinblick auf die derzeitige Schuldenproblematik dieser Länder sicher sinnvoll ist.
Der Branchenschwerpunkt liegt überraschenderweise nicht bei den Basisrohstoffen (nur rund 10 Prozent), sondern im Bereich der Finanzdienstleister und Versorger (zusammen rund 70 Prozent). Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist die Telekommunikation.
Zu den Topinvestments gehören insbesondere bekanntere russische Firmen wie Lukoil, Sberbank und Vympel (Telekom), aber auch die türkische Türkiye Garantie Bank.
Starkes Wachstum
Der 1997 aufgelegte Fonds zeichnet sich durch starkes Wachstum aus, hatte zwischenzeitlich aber auch starke Rückschläge zu verkraften, insbesondere während der Finanzkrise. Wer Ende der 1990er Jahre beim Cominvest Eastern angelegt hat, konnte seinen Einsatz bis heute verzehnfachen! In den zurückliegenden fünf Jahren verzeichnete der Fonds einen Zuwachs von gut 70 Prozent, im zurückliegenden Jahr lag das Wachstum bei über 100 Prozent. Wer jedoch vor drei Jahren fast zu Höchstkursen Anteile kaufte, muss derzeit noch einen Verlust von über 10 Prozent verkraften. In jedem Zeitraum lag aber die Wertentwicklung immer deutlich über dem Vergleichsindex MSCI Eastern Europe. Mit einer relativen Performance von über 30 Prozent zeigt sich, dass sich aktives Fondsmanagement doch lohnen kann. Die Ratingagentur Morningstar vergibt für diese Managementleistung 5 von 5 Sternen. Das FERI Rating liegt wegen der starken Schwankung nicht beim Top-A, immerhin aber bei B.
Der Fonds schüttet Gewinne regelmäßig im November jeden Jahres aus. Die Gesamtkosten des Fonds (TER) liegen mit rund 2 Prozent im Rahmen. Der reguläre Ausgabeaufschlag von 5 Prozent kann wie immer durch Bezug über die Börse, Direktbanken oder Fondsbroker gespart werden.
Ideal als Beimischung
Wer auf eine wirtschaftliche Aufholjagd Osteuropas setzt, ist beim Cominvest Eastern gut aufgehoben. Wegen seiner doch starken Wertschwankungen ist er aber nur chancenorientierten, sprich risikobereiten, Anlegern oder zur Beimischung in ein größeres Anlage-Portfolio zu empfehlen. Gerade wegen der starken Kursschwankungen empfiehlt sich die Anlage durch einen Sparplan. Dabei profitiert der Anleger vom günstigen Kostendurchschnitt: Bei niedrigen Kursen werden automatisch viele Anteile, bei hohen Kursen weniger Anteile gekauft, so dass sich am Ende ein günstiger Kursdurchschnitt errechnet (sog. Cost-Average-Effect).