Newsletter 2010 - Februar
Parallel zur Internetblase platzte zur Jahrtausendwende auch eine Gentechnik-Blase, und übertrieben hochgejubelte Firmen verloren rapide an Wert. Seither haben vor allem viele Privat-Anleger die Finger von dieser Branche gelassen. Zweifellos gehören innovative Gentechnik-Firmen zu den besonders zukunftsträchtigen Bereichen der Industrie: man denke nur an Probleme wie die Überalterung der Gesellschaft oder die Sicherung der Nahrungsmittelproduktion für eine ständig wachsende Weltbevölkerung. Das Management der Union Investment ließ sich nicht abschrecken und legte im April 2001 den reinen Branchenfonds Unisector Gentech auf (WKN 602092, ISIN LU0125232032) auf. Der Fonds ist eine echte Nischenperle, bislang werden erst rund 17 Mio. Euro Anlagegelder verwaltet.
Wo der Fonds investiert
Der Unisector Gentech legt weltweit in Aktien von Unternehmen mit den Schwerpunkten Genforschung, Pharma und Labortechnik an. Die Auswahl erfolgt nach dem so genannten Stockpicking-Prinzip - es gibt also keine Länder- oder Branchenpräferenzen, vielmehr wird jede Firma auf Wachstumsstärke, Innovation, Wettbewerbsposition und Ertragsperspektiven hin geprüft und für das Portfolio ausgewählt.
Regionale Schwerpunkte liegen derzeit in den USA und in Deutschland, mit jeweils etwa einem Drittel des Anlagevolumens. Zu den derzeitigen Top-Positionen gehören nicht ganz unbekannte Gentechnik-Firmen wie Amgen, Quiagen und Gilead, aber auch der Pharmariese Roche aus der Schweiz.
Überdurchschnittliches Wachstum
Der Fonds zeichnet sich durch ein sehr dynamisches Wachstum bei allerdings größerer Schwankungsbreite aus. So ist auch diese Anlage während der Finanzkrise 2009 auf das Niveau von 2006 zurückgefallen. Dafür wurde zuletzt bei einem Anteilspreis von 51 Euro schon fast wieder das Vorkrisenniveau von 2007 erreicht. In den zurückliegenden 5 Jahren konnte der Fonds einen Zuwachs von 49 Prozent verzeichnen, im zurückliegenden Jahr lag das Wachstum bei 29 Prozent. Dabei wurde auch der Vergleichsindex MSCI World Pharma/Biotech deutlich überboten. Die Ratingagentur Morningstar vergibt für diese Managementleistung 5 von 5 Sternen.
Der Fonds schüttet Gewinne regelmäßig im November jeden Jahres aus. Die Gesamtkosten des Fonds (TER) liegen mit 2,26 Prozent relativ hoch, was vermutlich auf das noch geringe Anlagevolumen zurückzuführen ist. Der reguläre Ausgabeaufschlag von 4 Prozent kann wie immer durch Bezug über die Börse, Direktbanken oder Fondsbroker gesenkt oder ganz eingespart werden.
Ideal als Beimischung
Das für den Laien unübersichtliche Feld der Bio- und Gentech-Unternehmen kann mit diesem bisher sehr erfolgreichen Fonds auch für den Privatanleger erschlossen werden. Wegen seiner engen Branchen-Spezialisierung sollte der Fonds als Beimischung eines diversifizierten Aktien- oder Fondsportfolios angespart werden. Für das Investment bietet sich wie immer ein Fonds-Sparplan an: Bei niedrigen Kursen werden automatisch viele Anteile, bei hohen Kursen weniger Anteile gekauft, so dass sich ein günstiger Kursdurchschnitt ergibt (Cost-Average-Effect).