Hundehaftpflichtversicherung: Wie viel Versicherung braucht ein Hund?

Wer seinen Vierbeiner liebt, will ihn auch gut versichert wissen. Während eine Hundehaftpflichtversicherung einen sinnvollen Schutz darstellt, sind Angebote über Hundekrankenversicherungen meist fragwürdig. Wir werfen einen Blick auf den Wirtschaftsfaktor Haustier und haben die verschiedenen Versicherungstypen für Sie mal genauer unter die Lupe genommen.

 

Pediküre für den Mops: Deutschlands Tierliebe ist grenzenlos

Die Tierliebe hierzulande ist so groß wie nie zuvor. Auf „My social Petwork“ können Tierhalter im Namen ihrer Lieblinge networken, zitternde Chihuahuas werden in Kaschmirpullis und diamantbesetzte Halsbänder gesteckt und sogar von Schönheitsoperationen für Haustiere wird berichtet. Haustiere sind schon längst nicht mehr Nutztier, vielmehr ergänzen oder ersetzen sie in vielen Fällen den besten Freund oder Partner.

 

Wirtschaftsfaktor Haustier

Diese Tierliebe lassen sich die Deutschen auch etwas kosten. Allein für die 5,3 Millionen in Deutschland lebenden Hunde werden jährlich rund fünf Milliarden Euro ausgegeben – ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Futter, Spielzeug, Hundesteuer und Betreuung, vor allem aber Tierarztbesuche und Medikamente schlagen für Tierhalter ordentlich zu Buche. Um sich vor dem Risiko eines Unfalls, Krankheit oder gar dem Tod des vierbeinigen Freundes abzusichern, bieten Versicherungen mittlerweile auch Tierpolicen an. Wir haben die gängigsten Versicherungsangebote unter die Lupe genommen und uns gefragt: Wie viel Versicherung braucht ein Hund?

 

Hundehaftpflicht-Versicherung: unverzichtbarer Risikoschutz

Die Tierhalterhaftpflicht entspricht einer Privathaftpflicht und ist unverzichtbar. Nicht für Ihren Hund, aber für Sie. Denn für jeden Schaden an Sachen oder Personen, der durch Ihren Hund entsteht, haften Sie mit Ihrem gegenwärtigen und Ihrem zukünftigen Vermögen in unbegrenzter Höhe. Und zwar unabhängig davon, ob Sie Schuld haben oder nicht. Denn der Gesetzgeber stuft bereits das Halten eines Hundes als potenzielle Gefahr ein.

 

Auf den Hund gekommen: vielfältige Angebote für die Krankenvollversicherung

Als weniger wichtig schätzen wir Krankenversicherungen für Haustiere ein. Zwar gibt es zahlreiche, darunter auch namhafte Anbieter, doch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt in den meisten Fällen nicht. Mit einem durchschnittlichen Jahresbetrag von 400 Euro beurteilt Stiftung Warentest (finanztest, 2/2011) die Krankenvollversicherung für Haustiere als „tierisch teuer“. Die Leistungen sind zudem meist beschränkt, Sie müssen mit hohen Eigenanteilen rechnen und Vorsorgemaßnahmen wie Impfungen werden häufig überhaupt nicht übernommen.

 

Operations-Kostenversicherung: Vergessen Sie nicht den Blick ins Kleingedruckte

Besser aufgestellt sind Sie mit Policen, deren Leistung auf die Kostenübernahme von Operationen beschränkt ist. Diese sind schon für rund 150 Euro im Jahr zu bekommen und schützen vor dem Risiko teurer Operationskosten, dem Löwenanteil der meisten Tierarztrechnungen. Doch auch diese Angebote wollen gut überprüft sein, denn häufig zahlen die Versicherer nur den zweifachen Satz der Gebührenordnung, während viele Tierärzte den dreifachen Satz kalkulieren. Auch hier ist also mit einem Eigenanteil zu rechnen.

 

Fazit: Verzichten Sie nicht auf den Schutz der Hundehaftpflichtversicherung

Als Hundehalter sollten Sie auf keinen Fall auf den Schutz einer Hundehaftpflichtversicherung verzichten. Zu groß ist das Risiko, dass Ihr Hund unvorhersehbare Kosten verursacht, die durch Ihre Private Haftpflichtversicherung nicht getragen werden. Krankenvollversicherungen für Haustiere haben sich in Deutschland hingegen noch nicht durchsetzen können. Ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten Versicherungen, die allein die Kosten für Operationen übernehmen.

 

Das größte Sparpotenzial liegt jedoch meist in der Wahl des Tierarztes: wie die „Welt“ berichtet, können Tierärzte frei wählen, nach welchem Satz sie abrechnen. Und so hängen die Kosten für eine Behandlung nicht immer von der Komplexität der Behandlung, sondern auch von der Nachfrage am Markt ab. In ländlichen Regionen und am Rand von Großstädten rechnen Tierärzte häufig nur mit dem ein- oder zweifachen Satz ab.

Kommentar hinterlassen

Kommentare


  1. Jasmin

    Ein interessanter und lustiger Bericht (Schönheitsoperationen :.) Als Halterin von 3 Hunden, gehöre ich auch zu dem Kreis der Hundebesitzer, die viel für ihre “Kinder” ausgeben. Allerdings liegt der Fokus auf die Gesunderhaltung (richtige und gute Ernährung) und Prävention und natürlich auf die richtige Absicherung im Schadensfall. Eine Hundehaftpflichversicherung, sollte meiner Meinung nach wie eine KFZ Versicherung, als Pflichtversicherung eingeführt werden. Viele Einwohnermeldeämter bzw. Gemeinden, wo der Hund nach Anschaffung für die Steuer gemeldet werden muss (oder auch bei Umzug)setzen das heute auch schon voraus bzw. man muss den Versicherungsnachweis bei der Anmeldung vorlegen, damit der Hund in das Hunderegister aufgenommen wird, wie z.B. das in Hamburg schon durchgeführt wird. Ebenso sollte der Hund gechipt sein. Allerdings meldet nicht jeder seinen Hund an und nicht jede Gemeinde/Stadt, hat diese Voraussetzungen geschaffen.