EM 2012: Haftet die Versicherung für einen Unfall beim Autokorso?

EM 2012 Versicherung

 

 

Die EM 2012 läuft auf vollen Touren – und wir sind zurück bei Unglückswurm Manni L., der seine Versicherung auf Trab hält. Nachdem er in der ersten Folge während des Torjubels seinen Fernseher kaputtgemacht hat, scheint beim nächsten Spiel der Nationalmannschaft zunächst alles glatt zu gehen…

Folge 2: Manni, Franz, Gerd, Günter und der Autokorso

Betont entspannt sitzt Manni vor seinem nagelneuen Fernseher und schaut sich das Viertelfinale der Deutschen bei der EM 2012 gegen Griechenland an. Heute sind drei seiner Freunde mit von der Partie: Franz B., Günter N. und Gerd M. Und wirklich – dieses Mal läuft alles nach Plan: Deutschland gewinnt mit 4:2, und der Fernseher sowie alle restlichen Gegenstände in Mannis Wohnung bleiben unversehrt.

 

Auf geht’s zur Feiermeile!!!

Günter möchte anschließend unbedingt zum Marktplatz fahren und mit den anderen Fans feiern. Nach einem Sieg findet dort immer ein großer Autokorso statt. Los geht’s also mit Mannis nagelneuem Opel Astra Richtung Stadtmitte. Franz hat – wie die anderen auch – während des Spiels ein paar Bierchen gekippt. Er hängt sich während der Fahrt mitsamt seiner Deutschland-Fahne aus dem Fenster und singt aus vollem Hals „Gute Freunde kann niemand trennen“. Günter steht auf seinem Sitz, streckt den Kopf aus dem offenen Schiebedach und wirbelt seine Hulakette im Takt. Nach ein paar Minuten sieht Beifahrer Gerd aus der Ferne den Autokorso und drückt kräftig auf die Hupe.

 

Ein Bierglas wird zum Verhängnis

Manni reiht sich am Ende des Autokorsos ein, im Schritttempo geht es jetzt durch die Straßen rund um den Marktplatz. Plötzlich fällt eine riesige Wuwuzela direkt aus dem Wagen vom ihm. Manni erschrickt sich, tritt hart auf die Bremse – und sein Hintermann fährt ihm mit einem lauten Knall direkt auf’s Heck. „Nicht schon wieder!!!“ schreit Manni laut auf, während Frank und Günter leichenblass Richtung Gerd schauen: Der hing gerade aus dem Fenster und hat sich bei dem Unfall anscheinend ernsthaft wehgetan. Er hat eine Platzwunde und hält sich mit schmerzverzerrtem Gesicht den Arm.

 

Wieder heißt es: Zahlt die Versicherung?

Schon wieder muss Manni grübeln, ob ihm seine Versicherung weiterhilft. Zwar trägt bei einem Auffahrunfall bekanntlich meist der Hintermann die Schuld, wenn dieser den Sicherheitsabstand nicht eingehalten hat und deshalb nicht rechtzeitig bremsen konnte. Allerdings hat Manni schon zwei Bierchen intus – deshalb nimmt die Kfz-Versicherung von Hintermann Uli H. eine Teilschuld Mannis an. Die Versicherung muss in solchen Fällen unter Umständen schon ab sage und schreibe 0,3 Promille nicht die vollen Kosten für einen Auffahrunfall übernehmen.

 

Unfallversicherung hilft nicht bei alkoholbedingten Blessuren

Gerd hat sich beim Aufprall einen komplizierten Armbruch und eine schwere Gehirnerschütterung eingefangen. Er meldet den Vorfall seiner privaten Unfallversicherung, die ihm aber in diesem Fall nichts auszahlt. Denn Gerd stand unter deutlichem Alkoholeinfluss von 1,3 Promille, und Unfälle aufgrund von Bewusstseinsstörungen durch Alkohol sind in vielen Unfallversicherungen ausgeschlossen.

 

Straßenverkehrsordnung verbietet Hupkonzerte

Manni und seine Freunde haben schon vor dem Unfall gegen mehrere Regeln der Straßenverkehrsordnung verstoßen: Eigentlich sind Autokorsos, in der Straßenverkehrsordnung „unnützes Auf- und Abfahren in einer geschlossenen Ortschaft“ genannt, offiziell verboten. Günter hätte sich nicht aus dem Fenster hängen dürfen, Franz durfte nicht im Auto stehen, und Gerds Hupen war ebenfalls nicht erlaubt. Wer dabei – auch ohne Unfallschaden – von einem Polizisten erwischt wird, kann nur hoffen, dass der „Mann in Grün“ Fußballfan ist und Verständnis zeigt.

 

EM 2012 – ein teures Vergnügen für Manni und Gerd

Manni muss letztendlich einen Teil der Reparaturkosten übernehmen – Franz und Günter sind aber wirklich „gute Freunde“ und nehmen ihm jeweils ein Viertel der Kosten ab. Gerd wird immerhin nach dem Halbfinale der EM 2012 aus dem Krankenhaus entlassen und kann wieder mit seinen Kumpels Fußball schauen.

 

*Anm. der Redaktion: Manni L., Franz B., Günter N. und Gerd M. sind keine echten Personen – wir zeichnen an ihnen beispielhaft Versicherungsfälle rund um das Thema Fußball nach. Auch der skizzierte Versicherungsfall wurde von uns frei konstruiert und bezieht sich auf keine echten Geschehnisse.

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Kommentare


  1. Schmidt, Christian

    selbst schuld. wenn man sich so verantwortungslos verhält, darf man ruhig zahlen. erwachsene menschen müssen sowas im vorraus wissen und gehen niemals mit alkohol ans steuer oder schnallen sich richtig an. immer !